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Razzia nach Vereinsverbot

Schlag gegen islamistische Szene in Münster

Münster/Berlin

Nach dem Verbot der islamistischen Organisation Ansaar International und ihrer Ableger waren am frühen Morgen Hunderte Polizeibeamte bundesweit im Einsatz. Schwerpunkt der Durchsuchungen soll NRW gewesen sein. Auch in Münster waren Beamte am frühen Morgen im Einsatz.

Dirk Anger

In zehn Bundesländern hat es am Mittwochmorgen Durchsuchungen gegeben – auch in Münster. Foto: Martin Gerten/dpa (Symbolbild)

Sie kamen in den frühen Morgenstunden – und schlugen auch in Münster zu: Im Zuge des Verbots des salafistischen Vereins Ansaar International und aller Ableger der islamistischen Vereinigung durch Bundesinnenminister Horst Seehofer war die Polizei auch in der Domstadt im Einsatz. Nach Informationen unserer Zeitung wurden am Mittwoch in der Früh zwei Objekte in Münster durchsucht.

Dabei soll es sich um Kontaktpunkte zu dem islamistischen Netzwerk gehandelt haben. Die Durchsuchungen fanden dem Vernehmen nach im nördlichen Stadtgebiet statt. Dabei war nach Recherchen unserer Zeitung der Staatsschutz beim Polizeipräsidium Münster im Einsatz. Ob es in im Verlauf der beiden offenbar gleichzeitig stattfindenden Durchsuchungen zu Festnahmen gekommen ist, ist noch nicht bekannt.

Zwei Objekte in Münster durchsucht

Wie das Bundesinnenministerium nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, wurden Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen vollzogen. Betroffen waren nach Informationen aus Sicherheitskreisen mehrere Dutzend Menschen. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag demnach in NRW.

In den zehn Ländern seien insgesamt mehr als 1000 Beamte im Einsatz gewesen, hieß es. Bislang seien etwa 150 000 Euro beschlagnahmt worden.

Mehr als 1000 Beamte bundesweit im Einsatz

Zur Begründung des Verbots erklärte das Innenministerium der Nachrichtenagentur zufolge, die Spendensammlungen von Ansaar seien in der Absicht erfolgt, diese an terroristische Vereinigungen im Ausland weiterzugeben, insbesondere an die Al-Nusra-Front in Syrien, die 2017 in der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) aufgegangen war, an die palästinensische Hamas sowie an Al-Shabaab in Somalia.

Die Unterstützung komme diesen Vereinigungen teilweise direkt zugute. Teilweise würden Hilfsprojekte unterstützt, „die jedoch unmittelbar zum Wirkungskreis der jeweiligen terroristischen Vereinigung zu zählen sind“.

Das Ministerium ist außerdem der Auffassung, dass die Missionierungsaktivitäten der Gruppe gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstoßen. Hier würden „fortlaufend Feinde einer Weltordnung geschaffen, welche die Menschenwürde Andersgläubiger schützt“. Kinder aus Deutschland würden in die von Ansaar im Ausland aufgebauten Einrichtungen geschickt, „um dort salafistisch-extremistische Inhalte zu verinnerlichen und zurück nach Deutschland zu tragen“.

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