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Nach Streit mit dem Vater

Schläge mit Bohrmaschine: 55-Jährige wegen Mordverdachts angeklagt

Münster

Mordverdacht: Die Staatsanwaltschaft Münster erhebt Anklage wegen des Verdachts des Mordes gegen eine 55-jährige Frau. Sie soll ihrem Vater mit einer Bohrmaschine gegen den Kopf geschlagen haben.

 

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen eine 55-jährige Münsteranerin wegen des Verdachts des Mordes erhoben. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen eine 55-jährige Frau aus Münster wegen des Verdachts des Mordes erhoben. Am 4. März ist es laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft zu einem Streit zwischen der 55-Jährigen und ihrem 88-jährigen Vater an der gemeinsamen Wohnanschrift in Münster gekommen.

Im Verlauf des Streits soll die Frau ihrem Vater mehrfach mit einer Bohrmaschine auf den Kopf geschlagen und ihm dadurch schwere Kopfverletzungen zugefügt haben. Am 10. April verstarb der 88 Jahre alte Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einem Krankenhaus in Münster.

Staatsanwaltschaft geht von Tötung aus Habgier aus

"Die Staatsanwaltschaft geht nach dem Abschluss ihrer Ermittlungen davon aus, dass der Anlass für die Auseinandersetzung ein schon seit längerer Zeit bestehender Streit um finanzielle Angelegenheiten gewesen ist", heißt es in der Pressemitteilung. Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft soll die 55-Jährige darüber verärgert gewesen sein, dass ihr Vater einer Bekannten, die bis zum Frühjahr des Jahres 2020 vermutlich über mehrere Jahre auch zeitweise bei dem Verstorbenen gelebt hatte, wiederholt höhere finanzielle Zuwendungen hatte zukommen lassen.

Die 55-Jährige soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Sorge um die Höhe ihres Erbes gehabt haben, da sie als Alleinerbin eingesetzt gewesen war. "Mit der Tötung ihres Vaters soll sie erstrebt haben, vorzeitig das Vermögen ihres Vaters zu erben und zu verhindern, dass ihr Erbe durch mögliche weitere Geldgeschenke verringert werden könnte", so die Staatsanwaltschaft. Sie wurde deshalb wegen Verdachts der Mordes - der Tötung aus Habgier - angeklagt.

Münsteranerin räumt Streitigkeiten ein

Die Münsteranerin hat kurz nach ihrer Festnahme eingeräumt, sich wegen der finanziellen Zuwendungen wiederholt mit ihrem Vater gestritten zu haben. Weitere detaillierte Äußerungen zu dem nun angeklagten Tatgeschehen hat die Angeschuldigte nicht getätigt.

Die Angeschuldigte, für die die Unschuldsvermutung gilt, befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklageschrift zu entscheiden.

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