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Idee der Schulministerin

Emotionale Debatte um späteren Schulbeginn

Münster

Wenn es nach Schulministerin Dorothee Feller geht, soll zukünftig ein späterer Unterrichtsstart an den Schulen möglich sein. Das hat bei unseren Leserinnen und Lesern eine emotionale Debatte ausgelöst.

Von Simon Beckmann

Der spätere Unterrichtsstart hat bei den Leserinnen und Lesern dieser Zeitung für Reaktionen gesorgt. Foto: picture alliance/dpa | Marcel Kusch

Schulen in NRW sollen zukünftig entscheiden, ob sie später – bislang lag die Grenze bei 8.30 Uhr, zukünftig soll sie bei 9 Uhr liegen – mit dem Unterricht starten wollen. Dieses Thema hat Schulministerin Dorothee Feller in der vergangenen Woche aufgebracht und so für vielfältige Reaktionen gesorgt – auch bei den Leserinnen und Lesern dieser Zeitung. Hier sind einige (meist gekürzt wiedergegebene) Mails und Facebook-Kommentare, die unsere Redaktion erreicht haben:

Bernhard Wening: „Seit Jahren ist sich die Fachwelt der Chronobiologen, Schlafforscher und Pädagogen einig, dass ein späterer Unterrichtsbeginn für Lernerfolg und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler förderlich ist. Vor diesem Hintergrund ist die Weigerung der Politik, der diversen Interessensverbände, auch der Eltern und anderer, diese wichtige Aufgabe konkret anzugehen, als ein Zeichen der Kapitulation der Verantwortlichen vor der Umsetzung umfassender Reformen, die länger als eine Legislaturperiode währen, zu sehen. Die praktische Umsetzung wäre durch gute Vorbereitung, entschlossenes Vorgehen und mit Blick auf die flexibler werdende Arbeitswelt sicher komplex – aber nicht übermäßig kompliziert.“

Hausaufgaben und Förderung zum „normalen“ Start

Weiter schreibt Wening: „Und Schülerinnen und Schüler können, wenn es zu Hause nicht anders machbar ist, zur gewohnten Zeit in die Schule gehen und dort die erste Stunde mit Hausaufgaben oder Förderung betreut werden. Positive Erkenntnisse aus Projektschulen liegen hierzu vor. Und selbstverständlich fehlt es derzeit an Fachkräften, an Infrastruktur, an Kooperationswillen der jeweiligen Interessenskohorten in Partei und Verwaltung. Das Ziel liegt aber höher als die Hürden davor. Insofern sollten wir das Vorhaben des NRW Schulministeriums und von Ministerin Feller mit Kräften unterstützen.“

Melanie Dressel: „Die Förderprogramme, sportliche Aktivitäten und Verabredungen werden dann für die Kinder schwer möglich – vor allem in den höheren Klassen, in denen die Kinder und Jugendlichen nachmittags Unterricht haben. Und die Arbeitgeber der Eltern sind auch alle dazu bereit, die Arbeitszeiten anzupassen, oder wird das wieder auf dem Rücken der Frauen ausgetragen?“

Agnes Rüther: „Das Schönste am Beginn meiner Ausbildung war, dass ich erst um 9 Uhr im Büro sein musste. Das frühe Aufstehen in der Schulzeit hat mich fertig gemacht. Jahrelang habe ich es danach im Job genossen, relativ frei meine Startzeit festzulegen.“

Video in Kooperation mit dem WDR:

Doppelte Touren der Schulbusse?

Reiner Stubenazy: „Da bin ich mal gespannt, wie das mit den Schulbussen funktioniert. Die müssten dann teilweise ihre Touren doppelt fahren, was wieder jede Menge mehr Geld kosten würde.“

Alex Ortmann: „Schule ab 9 Uhr? Was wollen die in der Ausbildung und im späteren Berufsleben dann machen? Vielleicht sollte man überlegen, um 7.30 Uhr anzufangen, weil da auch viele Firmen beginnen.“

Natascha Wolter: „Ich bin gespannt, was die Betriebe davon halten, wenn die Mitarbeiter später beginnen, da sie erst die Kinder zur Schule bringen müssen.“

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