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Sondersitzung des Krisenstabs in Münster

Schüler sollen im Unterricht wieder Maske tragen

Münster

Die Infektionszahlen steigen, der Krisenstab reagiert: Die Stadt Münster empfiehlt wieder das Tragen von Masken im Schulalltag – auch am Sitzplatz. Doch auch die erwachsenen Münsteraner müssten einen Beitrag leisten, fordert Krisenstabschef Heuer. 

Von Ralf Repöhler

Münsters Schuldezernent Thomas Paal bittet angesichts der angespannten Corona-Lage um das grundsätzliche Tragen von Masken in Schulen auch an den Sitzplätzen. Foto: dpa

Schuldezernent Thomas Paal hat sich angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen dafür ausgesprochen, dass Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.  Diese Empfehlung äußerte Paal während der Sondersitzung des Corona-Krisenstabs am Mittwoch. „Einige Schulen haben sich schon für den Weg der Vorsicht entschieden. Diesem Vorbild sollten möglichst viele folgen“, so Paal. Grundsätzlich sollten wieder OP-Masken  im Schulgebäude und an den Sitzplätzen getragen werden, sagte er.

Die Zahl der Corona-Infektionen hatte in Münster mit dem Wochenstart einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. „Wir erleben bereits seit Anfang Oktober eine deutliche Zunahme des Infektionsgeschehens auch in Münster“, so Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. Aktuell gelten rund 680 Münsteranerinnen und Münsteraner als infiziert, zehn liegen auf der Intensivstation und müssen beatmet werden.

Appell: Trotz Impfung testen

Paal ruft Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer trotz möglicher Impfungen dazu auf, sich weiterhin mit Schnelltests auf mögliche Corona-Infektionen zu testen. „Das kürzliche Infektionsgeschehen an einer Gesamtschule konnte vor allem deshalb schnell entdeckt werden, weil sich dort eine gute Selbsttest-Kultur etabliert hatte“, so Paal.  

An der Mathilde-Anneke-Gesamtschule hatten sich 13 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer infiziert. Paal: „Die vierte Corona-Welle ist gefährlich. Mit dem Tragen von Masken und häufigen Schnelltests können wir alle dazu beitragen, sie zu entschärfen.“

Video in Kooperation mit dem WDR (vom 16.11.): Lehrer mit Corona-Frust

„Schließung der Impfzentren war ein Fehler“

 Heuer rief erneut zu Auffrischungsimpfungen auf. Sie seien ein zentrales Instrument zum Brechen der vierten Welle. Experten der Uniklinik hatten in der Sondersitzung auf die nach einigen Monaten nachlassende Wirkung der Corona-Impfungen hingewiesen. Verbunden damit sei auch ein wachsendes Risiko für schwere Krankheitsverläufe selbst bei doppelt Geimpften. Wie die Stadt mitteilt, liegt allein die Zahl der Über-Sechzigjährigen, deren zweite Impfung älter als sechs Monate ist, nach heutigem Stand bei rund 24.000 Personen.

Die Stadtverwaltung bereitet aktuell den Aufbau eines oder mehrerer neuer Impfangebote zusätzlich zu den Arztpraxen vor, nachdem das bisherige Impfzentrum in der Halle Münsterland – nach  dem Auslaufen der Finanzierung durch Bund und Land Ende September– bereits abgebaut wurde.

Gedacht wird an einen großen zentralen oder mehrere kleinere Standorte. „Dadurch, dass zuletzt die Berechtigtengruppen für die Drittimpfung deutlich ausgeweitet wurden, ist der Bedarf für die Schutzimpfung enorm anwachsend. Darauf muss jetzt eine schnelle Antwort in Form zusätzlicher Impfstellen her“, so Heuer. Klar sei inzwischen: „Die Schließung der Impfzentren in Deutschland vor ein paar Wochen war ein Fehler.“

Ausweitung von 2G

Der Krisenstab begrüßte die Ankündigung des Landes, für einige Lebensbereiche die 2G-Regel vorzuschreiben. Damit könne der Schutz auch der Ungeimpften vor einer Corona-Infektion effektiver gewährleistet werden.

Vor dem Hintergrund der auch in Münster wieder stark steigenden Infektionszahlen spricht sich der Krisenstab für weitere Maßnahmen zur aktiven Bekämpfung der laufenden vierten Corona-Welle aus.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer

Auch bei Veranstaltungen im Rathaus sollen kurzfristig nur noch Geimpfte und Genesene zugelassen werden, auf den Weihnachtsmärkten in Münster besteht die 2G-Regel bereits.  

Nicht auf das Gesundheitsamt warten

Angesichts der hohen Dynamik, die das Infektionsgeschehen auch in Münster inzwischen hat, setzt die Stadt auch auf die Disziplin der Bürgerschaft beim Einhalten der Regeln Abstand, Tragen von Masken und bei der Nutzung von wieder kostenlosen Tests. Krisenstabsleiter Heuer: „Hier ist jeder gefordert, seinen Beitrag zu leisten." Wer von einer frischen Corona-Infektion weiß, sollte nicht erst auf einen Anruf des Gesundheitsamtes warten, sondern unverzüglich möglichst vollständig seine Kontaktpersonen der zurückliegenden 48 Stunden informieren.

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