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Bundestagswahl 2021

Schulze und Kutschaty hoffen auf den Scholz-Faktor

Münster

Sie hoffen auf die Zugkraft von Bundesfinanzminister Olaf Scholz – und sehen die SPD in Sachen Regierungsbeteiligung nicht chancenlos: Bundesumweltministerin Svenja Schulze und SPD-Landeschef Thomas Kutschaty waren in Münster auf Wahlkampftour.

Von Dirk Anger

Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßt SPD-Landeschef Thomas Kutschaty auf seiner Sommertour in Münster. Foto: Oliver Werner

Den Termin zum Gespräch mit medizinischem und Pflegepersonal im Clemenshospital absolvieren sie am Dienstagvormittag ohne Medienbegleitung. Das Lob für dessen Arbeit in der Corona-Zeit wiederholen sie später gerne und unüberhörbar.

Genauso wie die wahlkampfgeschwängerten Botschaften: „Daseinsvorsorge funktioniert nicht, wenn der Betriebswirt das Sagen hat“, formuliert der nordrhein-westfälische SPD-Chef Thomas Kutschaty auf seiner Sommerreise durch alle 64 Bundestagswahlkreise zwischen Rhein und Weser seine Absage an Fallpauschalen im Krankenhaus. Als Gastgeberin in Münster übersetzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze das in SPD-Programmatik: „Wir wollen eine Bürgerversicherung für alle.“

Suche nach Mehrheit für Scholz

Dass die Münsteranerin gerne Ministerin bleiben würde, verrät sie ohne Umschweife, am liebsten natürlich unter Olaf Scholz als Bundeskanzler.

Doch auf Nachfragen wollen sich Schulze und Kutschaty nicht festlegen, welcher Prozentsatz denn wohl ein gutes Ergebnis für die Genossen bei der Bundestagswahl am 26. September bedeuten würde. Von einer Schicksalswahl für die SPD wollen beide jedenfalls nichts hören.

Direktmandat – oder zieht die Landesliste?

Im Gegenteil: „Wir suchen die Mehrheit, bei der Olaf Scholz Kanzler werden kann“, sagt der Oppositionsführer im NRW-Landtag. Trotz des aktuellen Umfragehochs des eigenen Kandidaten betont Kutschaty sicherheitshalber nochmals: „Wer Scholz als Kanzler will muss SPD wählen.“

Was das inhaltlich bedeutet? „Dass der Klimawandel sozialgerecht gestaltet wird“, meint der SPD-Landeschef. Angesichts der vielen schon aufgehängten SPD-Plakate in der Domstadt kommt er zu dem Schluss: „Münster ist gut drauf.“ Ob das am Ende auch für das Direktmandat für Svenja Schulze langt, wird sich erst am Abend des 26. September zeigen. Mit Platz zwei auf der SPD-Landesliste dürfte sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch so in den Bundestag kommen.

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