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Reisebus-Unglück mit Skiurlaubern

Busfahrer stand unter Einfluss von Kokain

Münster/Inzell

Der Fahrer eines Reisebusses, der Ende Februar im bayerischen Inzell verunglückt war, stand nach Angaben der Polizei unter Kokain-Einfluss. Die Untersuchungen zur Unfallursache sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Von Kathrin Zeilmann (dpa) und Karin Höller

Am 26. Februar 2022 stürzte ein Reisebus aus dem Münsterland in Oberbayern eine Böschung hinab. Nun haben die Ermittler mitgeteilt, dass der Fahrer des Busses eines Beckumer Unternehmens Kokain im Blut hatte. Foto: Kreisfeuerwehrverband Traunstein/dpa

Der Fahrer des Reisebusses einer Skifreizeit des Veranstalters „Ski4Friends“ aus Münster, der Ende Fe­bruar im oberbayerischen Inzell verunglückt war, stand nach neuesten Angaben der Polizei unter Kokain-Einfluss. Wie die Ermittler am Dienstagnachmittag mitteilten, gehen die Untersuchungen zur Unfallursache jedoch weiter – es stünden etwa noch unfallanalytische Gutachten aus. Auch die schriftlichen Befragungen der Insassen dauerten an.

61 Fahrgäste, darunter auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, waren damals in den Skiurlaub unterwegs, als der Bus im Landkreis Traunstein von der Straße abkam und eine Böschung hinunterkippte. „Wir waren nur eine Stunde vor dem Ziel – dem Gletscher-Skigebiet Kitzsteinhorn bei Kaprun“, berichtete der Organisator der Skifreizeit, Dieter Schmitz, am Tag nach dem Unglück im Gespräch mit unserer Zeitung. Am Vorabend um 19.15 Uhr waren die 60 Skifans mit dem Fahrer eines Beckumer Busunternehmens vom Schulzentrum Kinderhaus aus gestartet. Am Steuer habe bei dem Unfall der zweite Busfahrer gesessen, der laut Schmitz vor Mitternacht zugestiegen sei. Nicht lange vor dem Unglück habe es noch eine Pause gegeben. Dennoch kam es an jenem 26. Februar 2022 zum Unglück.

Fahrer wurde Fahrerlaubnis vorläufig entzogen

Nach dem Unfall waren hunderte Rettungskräfte aus der Region und sechs Hubschrauber vor Ort, um den Verletzten zu helfen und den Bus zu bergen. Nahezu alle Insassen seien zumindest leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Die Menschen, die schwer verletzt worden waren, seien inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Viele müssten aber noch weiter ärztlich oder therapeutisch behandelt werden. Dem Fahrer sei nun die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen worden. Schon früh nach dem Unfall hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein mitgeteilt, dass der Fahrer die Lenkzeiten nicht überschritten hatte. Er war demnach bei dem Unfall leicht verletzt worden. Direkt nach dem Unfall hatte das Bus-Unternehmen aus Beckum auf Anfrage versichert, dass es bei der Fahrt keine Verstöße gegen die gesetzlichen Ruhezeiten geben habe. So seien für die Fahrt zwei Fahrer – neben dem Hauptfahrer ein Ablösefahrer – eingesetzt gewesen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Auch entspreche das verunglückte Fahrzeug dem aktuellen Stand der Technik.

Es sei am 8. Januar einer letzten Sicherheitsprüfung unterzogen worden. Das Unternehmen betonte, die Arbeit der Ermittlungsbehörden vollumfänglich zu unterstützen und drückte Bedauern über die Verletzen aus. Für eine Stellungnahme zur Nachricht, dass der Fahrer Kokain im Blut hatte, war das Unternehmen am Dienstag nicht erreichbar.

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