1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Seit Januar 200 Unfälle zwischen Autofahrern und Radfahrern

  6. >

Ordnungspartnerschaft wirbt für den Schulterblick

Seit Januar 200 Unfälle zwischen Autofahrern und Radfahrern

Münster

Man lernt ihn in der Fahrschule, weil er helfen kann, Unfälle zu vermeiden: Die Rede ist vom Schulterblick. Stadtverwaltung und Polizei erinnern jetzt in besonderer Weise an dieses Verhalten.

Björn Meyer

Sie zeigen es mit ihrer Kopfbewegung an: Vertreter der Ordnungspartnerschaft mit (v.l.) Michael Rathmann, Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner, Polizeipräsident Hajo Kuhlisch, Sonja Hamberger-Rossol (Stadt Münster) und André Niewöhner enthüllten gestern vor dem Polizeipräsidium am Friesenring ein Transparent, dass an den Schulterblick erinnern soll, der viele Unfälle vermeiden könnte. Foto: Oliver Werner

Seit Jahren bemühen sich Stadtverwaltung und Polizei darum, die Zahl der Unfälle im Stadtgebiet zu verringern. Nicht zuletzt gibt es seit 2007 die Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“. „Wir machen immer mehr“, fasst Polizeipräsident Hajo Kuhlisch die getroffenen Maßnahmen zusammen. Trotzdem kommt Kuhlisch zu einem ernüchternden Fazit: „Die Zahlen werden nicht besser.“

Allein im ersten Halbjahr 2019 ist es demnach zu rund 200 Unfällen zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern gekommen. Dreiviertel der Unfälle seien von den Autofahrern verursacht worden, so die Polizei. Häufige Ursache: Bei rund 50 Unfällen hätten Autofahrer den Fahrradfahrern beim Abbiegen die Vorfahrt genommen. Und genau dagegen, sagt Kuhlisch, könne eben doch etwas getan werden: „Wir müssen in die Köpfe rein“, so der Polizeipräsident, denn häufig seien die Unfälle vermeintlich einfach zu vermeiden – durch etwas, dass man in der Fahrschule gelernt habe: den Schulterblick.

„Viel Nachlässigkeit“ im Verkehr 

Gerade Neuzugezogene und Senioren täten sich bei den vielen Fahrradfahrern in Münster damit allerdings schwer. An besonders problematischen Stellen würde daher der Verkehr getrennt. Doch überall gehe das eben nicht, auch weil eine solche Maßnahme ihren Preis habe, so Kuhlisch. Denn die Trennung gehe nicht zuletzt zulasten der Grünphasen für Autofahrer. Wenngleich der Polizeipräsident auch hier ausgleichend formuliert: „Es sind meines Wissens noch immer alle Autofahrer nach Hause gekommen.“

Neben den Konzepten der Ordnungspartnerschaft hat der Polizeipräsident aber vor allem etwas im Blick, an dem jeder Einzelne mithelfen kann. Zwar wollte Kuhlisch nicht von Rücksichtslosigkeit, zumindest aber von „viel Nachlässigkeit“ im Verkehr sprechen. „Wir müssen da wieder vom Ich zum Wir kommen“, fasst Kuhlisch die Situation auf den hiesigen Straßen zusammen – zumal mit den E-Scootern seit kurzem ein weiteres Verkehrsmittel seinen Platz beanspruche. „Es wird dadurch nicht weniger“, schätzt Kuhlisch die Situation realistisch ein – merklich ohne die teils große Aufregung um die Roller zu teilen.

„Es hat schon so viel funktioniert“, sagt Kuhlisch und kommt dann doch noch zu einer Einschränkung: „Es ist wichtig, dass die E-Scooter nicht auf dem Gehweg fahren dürfen.“

Startseite