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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Selbstbehauptung im Frauensportverein

Münster

Vor 40 Jahren wurde der Frauensportverein Münster gegründet. Sein Ziel bis heute: Frauen mit Gewalterfahrungen einen geschützten Raum zu bieten.

Von Lucinda Jäger

Der Frauensportverein wurde 1982 gegründet. Foto: FSV Münster

Viele Frauen fühlen sich – besonders nachts – in Bus oder Bahn, auf dunklen Straßen sowie an menschenleeren Orten unsicher und sind häufig verängstigt. Dies hat die Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ ergeben, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, Anfang November vorgestellt hatten. Die Ergebnisse lassen an diesem Freitag, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, erneut aufhorchen und werfen die Frage auf, was Frauen tun können, um sich weniger unsicher zu fühlen.

Veranstaltungen in Münster zum „Orange Day“

Bereits vor 40 Jahren machte es sich der Frauensportverein Münster mit seiner Gründung zur Aufgabe, Frauen mit Selbstverteidigungskursen zu befähigen, sich gegen alltägliche sexualisierte Gewalt zur Wehr zu setzen. Ausgelöst wurde diese Idee nach Aussage des Vereins aufgrund vermehrter sexueller Übergriffe in Münster. Eine Gruppe von Studentinnen gründete einen Verein, in dem ausschließlich Frauen in einem geschützten Raum eine Kombination aus Selbstbehauptung und Selbstverteidigung trainieren konnten.

Grundlage, um Frauen zu stärken

Leiterin Veronika Wenzel betont, dass der Verein für Frauen mit Gewalterfahrungen einen traumasensiblen Raum ermögliche. Wenzel ergänzt, dass solch ein Raum Grundlage sei, um Frauen zu stärken.

Ziel sei es bis heute, die körperliche Handlungs- und Selbstbehauptungsfähigkeit von Mädchen und Frauen so auszubilden, dass sie sich in bedrohlichen Situationen zur Wehr setzen oder der Situation entfliehen können. Wichtig sei es auch, Frauen zu befähigen, ihre Grenzen zu erkennen und selbstbewusst zu artikulieren, fügt Veronika Wenzel hinzu. Zum einen lernen Frauen, die eigene Stimme zu nutzen und mit Worten, Gesten und Körpersprache klare Grenzen zu setzen. Zum anderen lernen sie verschiedene Selbstverteidigungstechniken, um Tätern körperlich etwas entgegenzusetzen zu können. So könnten sich Frauen in potenziellen Gefahrensituationen sicherer fühlen.

Schutz vor Belästigungen

Der Vorteil zum gemischt-geschlechtlichen Sport besteht zusätzlich darin, ohne Druck, Abwertung oder Belästigungen Sport treiben zu können. „Egal, ob dick oder dünn, groß oder klein, schwarz oder weiß, lesbisch, bi oder hetero, mit körperlichen Einschränkungen oder topfit, alt oder jung“, jede Frau sei im Frauensportverein Münster willkommen. „Jede auf ihre Weise“, so das Motto des Vereins.

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