Verkehrsclub legt Bericht vor
Sieben neue Haltepunkte gefordert
Münster
Wie kann man den ÖPNV in Münster stärken? Der Verkehrsclub setzt stark auf die Bahn. Aus den aktuell acht Bahnhöfen könnten künftig sogar 21 werden.
Münster hat aktuell acht Bahnhöfe, genauer gesagt einen Hauptbahnhof und sieben Bahnhaltepunkte. Sollte demnächst der Bahnhaltepunkt Mecklenbeck und die Reaktivierung des Zugverkehrs auf der WLE-Trasse Realität werden, so wären es bereits 14 Bahnhöfe.
Damit nicht genug: Sollte irgendwann einmal die Liste abgearbeitet sein, die der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalverband Münsterland, vorgelegt hat, dann wären es sogar einmal 21.
21 statt acht – das ist ein gewaltiger Unterschied, für den VCD-Regionalvorsitzenden Thomas Lins aus Warendorf aber die „logische Antwort“ darauf, dass Münster unter allen deutschen Großstädten mit mehr als 250.000 Einwohnern die einzige ohne Straßenbahn und/oder U-Bahn sei.
Autofahrer zum Umstieg bewegen
Sein Kollege Patrick Werner nannte es bei einem Pressegespräch ein „Unding“, dass die westfälische Metropole Münster mit den beiden benachbarten Metropolen Dortmund und Bielefeld nur über „Bummelzüge“ verbunden sei.
Mit dem 14-seitigen Dossier, das der VCD in der Region an rund 600 Entscheider verschickt hat, reagiert der Verband auf eine vor einigen Monaten veröffentlichte Analyse der städtischen Verkehrsplaner. Sie hatten sich sehr kritisch mit verschiedenen denkbaren Haltestellen auseinandergesetzt, so in Coerde, in Kinderhaus oder an der Danziger Freiheit.
Wolfgang Wiemers vom Verkehrsclub hält dem entgegen, dass die Stadtverwaltung bei ihrer Bewertung der Standorte nur die „bisherige Verkehrsmittelwahl“ als Orientierung genommen habe. Ziel neuer Haltepunkte müsse es aber sein, Autofahrer zum Umstieg auf den Zug zu bewegen. Darüber hinaus hält es Wiemers für wenig zielführend, wenn für die Attraktivität eines Haltepunktes nur die direkt umliegende Wohnbevölkerung in einem Radius von ein bis 1,5 Kilometer gezählt wird. Vielmehr sei es interessant zu erforschen, wie sich durch neue Bahnhaltepunkte Wegebeziehungen für Pendler optimieren ließen.
Sieben geforderte Haltepunkte
Lins nennt ein Beispiel: Viele Telgter und Warendorfer arbeiten im Osten Münsters, etwa im Franziskus-Hospital. Mit einer Haltestelle an der Danziger Freiheit bliebe ihnen der Umweg über den Hauptbahnhof erspart. „So aber fährt man lieber mit dem Auto.“
Die VCD-Vertreter sind auch überzeugt davon, dass sich der Haltepunkt Roxel zu einer wichtigen Schaltstelle für Pendler von und zum Klinikum entwickeln könnte – vorausgesetzt natürlich, die Abstimmung zwischen Bahn und Bus stimme.
Kommentar: Auch an die Stadtteile denken
Der VCD geht nicht davon aus, dass es kurzfristige Erfolge bei den sieben neu geforderten Haltepunkten gibt. Ein Einvernehmen in der Stadt Münster indes sei sehr wichtig, um die Verhandlungen mit der Bahn und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr mit dem nötigen Nachdruck zu führen.

