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Traditionsveranstaltung in Gefahr

Skatenight steht auf der Kippe

Münster

Die seit 16 Jahren beliebte Skate-Night steht auf der Kippe, weil die Stadt schärfere Auflagen für die Durchführung der Großveranstaltung macht. So soll entweder die gesamte Strecke mit Sperrgittern gesichert, oder die Polizeipräsenz deutlich erhöht werden.

Helmut P. Etzkorn

Sieht seine Skatenight in Gefahr: Veranstalter Georg Hüging hat noch keine Genehmigung. Foto: hpe

Nach 16 erfolgreichen Jahren steht Münsters Skatenight auf der Kippe. Veranstalter Georg Hüging hat von der Stadt noch keine Lizenz zur Durchführung der größten Sportveranstaltung für Inline-Skater in der Region bekommen. Es scheitert offenbar an neuen Sicherheitsauflagen.

„Entlang des gesamten Streckenverlaufs muss umfangreiches Sperrmaterial aufgebaut werden. Oder es ist eine intensive Polizeibegleitung gewährleistet, die an allen großen Straßenkreuzungen und Einmündungen den Verkehr regelt“, fasst Werner Schulik von der Straßenverkehrsbehörde des Ordnungsamtes die neuen Bedingungen für die Genehmigung der zehn geplanten Skate-Events von Mai bis September zusammen.

Foto: Markus Lehmann

Auflagen, die Hüging kaum erfüllen kann. Absperrgitter entlang des rund 20 Kilometer langen Streckenverlaufs aufzustellen, ist allein schon vom Kostenaufwand für die Organisatoren der sportlichen Freizeitveranstaltung für jedermann „illusorisch“. Und ob die Polizei tatsächlich mehr als die bislang üblichen drei bis vier Kradfahrer abstellen wird, scheint bei den zunehmenden Aufgaben und gleichzeitiger Personalknappheit bei den Ordnungshütern ebenfalls eher unwahrscheinlich.

Unsere Fotos der Skatenights

Mai 2015:

Teil 1, Teil 2

August 2015:

Teil 1, Teil 2

September 2015:

Teil 1, Teil 2

Hüging: „Die Polizei beruft sich ohnehin auf einen Erlass des NRW-Innenministers Ralf Jäger, nachdem Umzüge und ähnliche Veranstaltungen möglichst ohne Polizeibegleitung zu planen sind. Deshalb waren wir für die trotzdem gewährte Unterstützung immer sehr dankbar.“

Natürlich sei der Streckenverlauf verkehrstechnisch nicht unkritisch, weil ja beispielsweise auf den Ringen auch Spuren im Gegenverkehr genutzt werden, so Hüging. Bis zu 70 Ordner seien deshalb bei jeder Skate-Night im Einsatz, zu sehr schweren Unfällen sei es trotz der jeweils über 2000 Teilnehmer vom Anfänger bis zum Profi noch nicht gekommen.

Foto: Markus Lehmann

Hüging sucht nun das Gespräch mit der Stadt und hofft auf Oberbürgermeister Markus Lewe, der den touristisch wertvollen Aspekt der Veranstaltung häufig betont habe. „Es kommen Menschen aus dem ganzen Münsterland“, meint Hüging. Bis Ostern will er nun eine Klärung mit dem Ordnungsamt und der Polizei erzielen, die erste Veranstaltung ist schon am 6. Mai geplant.

Die Polizei will sich in jedem Fall nicht komplett ausklinken. „Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass es klappt“, so Polizei-Pressesprecher Roland Vorholt. Bereits vor geraumer Zeit kam das Thema „Skate-Night“ bei einem Treffen zwischen Oberbürgermeister Markus Lewe und dem Polizeipräsidenten Hajo Kulisch zur Sprache. Tenor: Die Skate-Night soll Münster erhalten bleiben. Das lässt zumindest Georg Hüging auf ein gutes Ende hoffen.

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