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Alter Hörster Friedhof

Skulptur Projekt gestohlen: LWL stellt Strafanzeige wegen Kunstraubs

Münster

Das Kunstwerk "Progetto Pozzo di Münster", das zu den Skulptur Projekten 1987 gehörte, ist vom alten Hörster Friedhof gestohlen worden. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur hat Strafanzeige wegen Kunstraub gestellt - und eine Belohnung ausgesetzt.

Der Bronzeast ist sieben Meter lang und über 1000 Kilogramm schwer. Foto: LWL / Skulptur Projekte Archiv, Studio Penone

Das Kunstwerk "Progetto Pozzo di Münster" (Brunnenprojekt für Münster), das der italienische Künstler Giuseppe Penone für die Skulptur Projekte 1987 auf dem alten Hörster Friedhof in Münster installiert hat, wurde gestohlen. Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch mitteilt, meldete eine Anwohnerin dem LWL-Museum für Kunst und Kultur den Verlust.

Da die Arbeit zuletzt am Montagnachmittag (28. Februar) gesehen wurde, muss die Skulptur in der Nacht oder am Dienstagnachmittag (1. März) entwendet worden sein. Das LWL-Museum hat  nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet, die polizeilichen Ermittlungen laufen. Hinweise zur Tat nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0251/2750 entgegen. Das LWL-Museum setzt eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise aus.

Kunstwerk war fest verankert

Das Werk "Progetto Pozzo di Münster" (Brunnenprojekt für Münster) besteht aus einem sieben Meter langen und über 1000 Kilogramm schweren Ast aus Bronze, der von einem Stein gestützt und laut LWL-Mitteilung fest verankert auf der Rasenfläche des Hörster Friedhofs lag. Unterirdisch ist eine Brunnenanlage eingebaut. Aus dem Ast fließt Wasser in einen darunterliegenden, mit Pflastersteinen eingefassten Abfluss. Das Wasser rinnt aus einem in den Stamm hineingedrückten Handabdruck in das Brunnenloch und wird von dort wieder in den Ast gepumpt.

"Der Brunnen ist ein stilles Kunstwerk, das seit Jahrzehnten in den städtischen Alltag eingebunden ist. Der Diebstahl des Brunnens von Penone ist ungeheuerlich und wir hoffen auf weitere Hinweise der Anwohner am Hörster Friedhof" , so Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Das Werk sei eine der sowohl inhaltlichen als auch finanziell wertvollsten Arbeiten, die von den Skulptur Projekten in Münster verblieben sind, so der LWL. "Es ist eng mit seinem Ort und dessen Nutzern verbunden - erst kürzlich haben sich Anwohner für eine Patenschaft begeistert", bestätigt Dr. Marianne Wagner, Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur.

Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold

Der Materialwert des Bronzeastes von Guiseppe Penone ist nicht sehr hoch. "Wir hoffen, dass die Vernunft siegt und das Kunstwerk wieder auftaucht", so Arnhold. Kuratorin Wagner steht nach Angaben des LWL in engem Kontakt mit dem Künstler und seinem Studio in Turin. Nachdem 2021 bereits ein Stück eines Seitenastes des Werkes in Münster abgesägt wurde, hatte das Studio einen Teilabguss anfertigen lassen, der in diesem Frühling hätte installiert werden sollen.

In der Geschichte der Skulptur Projekte wurden immer wieder Arbeiten gestohlen. 2007 wurde der Wohnwagen von Michael Asher entführt, einmal entwendeten Unbekannte die Gedenktafel von Ian Hamilton Finlay auf dem alten Überwasserfriedhof. 1987 wurde die gelbe Madonna von Katharina Fritsch während der Ausstellung direkt auf der Salzstraße gestohlen.

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