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Tipps zur Hygiene

So klappt es mit guter Wasserqualität im eigenen Pool

Münster

Zum Ende der Ferien kommt der Sommer noch einmal zurück. Wer dann in den Pool im Garten springen möchte, sollte einen Blick auf die Wasserqualität werfen. Im Interview gibt Prof. Dr. Thorsten Kuczius Tipps, worauf besonders zu achten ist.

 

Kinder planschen in einem Garten im Pool. Foto: dpa/Patrick Pleul (Symbolbild)

Der Sommer kommt noch einmal zurück und viele freuen sich auf den Sprung in den hauseigenen Aufstellpool. Doch was macht eine gute Wasserqualität aus und welche Keime können sich im Wasser tummeln? Prof. Dr. Thorsten Kuczius, Bereichsleiter für Umwelthygiene am Universitätsklinikum Münster (UKM), klärt in einer Pressemitteilung des UKM über die Wasserqualität in privaten Pools und Planschbecken auf.

Die Temperaturen steigen wieder an und viele Menschen freuen sich auf eine Abkühlung im eigenen Garten. Worauf sollte bei der Wasserqualität im privaten Pool geachtet werden?

Kuczius: Zunächst hat das Wasser aus dem Wasserhahn Trinkwasserqualität, es sind also keine bedenklichen Keime auszumachen und die Wasserchemie ist in Ordnung. Dennoch verfärbt sich das Wasser im Laufe der Zeit, vor allem nach häufigem Gebrauch. Bei zusätzlichen Änderungen dieses ökologischen Gleichgewichts, zum Beispiel durch höhere Temperaturen oder den Eintrag von Haut- und Fäkalkeimen, entstehen neue Bedingungen und es können sich auch krankmachende Keime im Wasser ansiedeln und vermehren. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Betrachtung des Wassers auf eine Trübung und Schmutzansammlung sowie auf Rutschfestigkeit der Pooloberfläche besonders wichtig.

Wie reinigt man denn den privaten Pool am besten?

Kuczius: Eine Poolabdeckung schützt das Wasser vor Verschmutzung und Keimeintrag von außen, zusätzlich können die groben Bestandteile mit einem Sieb abgenommen werden. Um nachhaltig das Becken mit einem niedrigen Keimgehalt halten zu können, bietet sich der Einsatz von Desinfektionsmitteln wie Chlor an. Dabei ist empfehlenswert, auf die richtige Dosierung zu achten, sodass das Wasser einen neutralen pH-Wert hat. Trotz Chlor und Trinkwasser ist das Poolwasser jedoch nicht keimfrei. Es finden sich immer lebende Bakterien oder Algen im Wasser. Diese können sich bei Erwärmung des Wassers auch gut vermehren, sodass ein glitschiger Biofilm entsteht. Hier bietet sich eine Oberflächenreinigung mit einem Teilwasserwechsel und der Zugabe an neuem Desinfektionsmittel an. Zudem sind Bodensauger gut geeignet, um den Biofilm schonend zu entfernen und den Dreck zu filtern.

Ein geschulter Blick auf eine Wasserprobe: Prof. Thorsten Kuczius vom Institut für Hygiene am UKM. Foto: UKM

Welche Erkrankungen können durch eine verminderte Wasserqualität entstehen?

Kuczius: Häufige Erkrankungen, die durch private Pools verursacht werden, sind Blasen- und Bindehautentzündungen und Hautausschläge, aber auch Fußpilz. Bei Kontamination mit Fäkalkeimen kann es auch zu Durchfallerkrankungen kommen.

Und wie sieht es bei den kleinen Badegästen im Planschbecken aus?

Kuczius: Babys und Kleinkinder planschen gerne im Wasser – und sie hinterlassen auch Keime. Zwar ist die Gefahr, im privaten Planschbecken zu erkranken, nicht allzu hoch, ein hygienisches Risiko ist aber nicht vollständig auszuschließen. Daher sollte das Wasser im Planschbecken nicht zu alt sein und nicht trüb aussehen. Eine Infektionsgefahr nimmt zu, wenn auch noch die Haustiere wie Hunde mit ins Bad springen. 

Was empfehlen Sie?

Kuczius: Planschbecken fassen ein nicht allzu großes Wasservolumen, sodass das Wasser jeden Tag, spätestens aber nach dem zweiten Tag gewechselt werden sollte. Das Wasser sollte dabei komplett erneuert werden, Schmutzpartikel können mit einem Tuch entfernt werden. Und das Wasser kann trotz Sonnencreme, Schmutzpartikeln und Keimen sehr gut zum Gartengießen verwendet werden.

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