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Broschüre gibt Tipps

So lassen sich FFP2-Masken mehrfach verwenden

Münster

FFP2-Masken sollen eigentlich nur ein Mal verwendet werden. Wie man sie für eine Mehrfachnutzung richtig aufbereiten kann, haben Forscher von Fachhochschule und Universität untersucht. [Mit Video]

wn

Die Forscher haben untersucht, wie FFP2-Masken mehrfach genutzt werden können. Foto: dpa (Symbolbild)

Immer mehr Menschen tragen auch im privaten Umfeld FFP2-Masken, um sich und andere vor dem SARS-CoV-2-Erreger zu schützen. In Bayern gibt es ab kommenden Montag sogar eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Bussen, Bahnen und Geschäften. Worauf Nutzer achten sollten, erläutert eine Broschüre, die jetzt erschienen ist.

Herausgegeben haben sie Forscher der FH Münster aus den Bereichen Chemie, Physik und Toxikologie sowie Virologen und Mikrobiologen der Universität Münster (WWU) im Rahmen eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geförderten Forschungsprojektes. Die Broschüre ist ab sofort unter fh-muenster.de/ffp2 abrufbar.

Temperatur als entscheidender Faktor

Ansatz sei gewesen, eine Methode zu entwickeln, die es erlaubt, die als Einwegprodukte konstruierten, deutlich wirkungsvolleren FFP2-Masken für den Privatgebrauch so aufzubereiten, dass eine wiederholte Nutzung möglich wird, so Prof. Dr. Christopher Niehues von der FH.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Mit dieser Aufgabe standen die Wissenschaftler vor einer doppelten Herausforderung: Wie können mögliche SARS-CoV-2-Erreger auf und in Masken mit einfachen Methoden, die von Nutzern im privaten Haushalt umgesetzt werden können, effektiv eliminiert werden, ohne dass das empfindliche Maskenmaterial Schaden nimmt und die Wirksamkeit der Maske eingeschränkt wird?

Dazu hat das Team unterschiedliche im Haushalt durchführbare Herangehensweisen im Labor wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit untersucht. Dabei konnten sie zeigen, dass insbesondere die Temperatur ein entscheidender Faktor ist, um eine einfache und effiziente Wiederaufbereitung der FFP2-Masken zu erzielen, berichtet die FH.

Einen Tag nutzen – eine Woche ruhen

Idealerweise sollten Privatpersonen eine FFP2-Maske jeweils nur einen Tag lang nutzen. Anschließend sollte die Maske eine Woche lang ruhen. In dieser Zeit verlieren potenziell auf den Masken befindliche Viren weitestgehend ihre Infektiosität, sodass eine Wiederverwendung möglich sei.

Prof. Dr. Martin Kreyenschmidt (FH Münster, l.) hat mit Doktorandin Saskia Kerkeling und Doktorand Christian Sandten untersucht, wie hoch die Temperatur eines Backofens maximal sein darf, um die Viren, aber nicht die FFP2-Maske zu zerstören. Foto: FH Münster/Katharina Kipp

„Nach einer Woche sind nur noch Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora auf der Maske nachweisbar“, so Prof. Dr. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am UKM. Wer die Regenerationszeit von einer Woche deutlich verkürzen und trotzdem eine vollständige Inaktivierung von SARS-CoV-2 erreichen möchte, für den sei im Privatbereich die Backofen-Methode bei 80 Grad Celsius eine echte Alternative. Das optimale Ergebnis werde erzielt, wenn die FFP2-Maske für eine Stunde bei 80 Grad Celsius thermisch behandelt wird, heißt es in einer Mitteilung der Fachhochschule Münster weiter.

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