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Abriss oder Sprengung?

So sehen die Pläne für die alte Oberfinanzdirektion aus

Münster

Ein Gremium um Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister stellte jetzt die Pläne für den Abriss der alten Oberfinanzdirektion vor. Auf dem frei werdenden Gelände soll später einmal die Gesamtschule Ost entstehen.

Max Keldenich

Auf 35 000 Quadratmetern zwischen der Sportanlage des SC 08 und der Andreas-Hofer-Straße soll die Gesamtschule Ost entstehen. Foto: Stadt Münster

Mit 150 Metern Länge und 44 Metern Höhe gehört die Oberfinanzdirektion Münster zu den größten Gebäuden der Stadt. Der gewaltige Bau an der Andreas-Hofer-Straße, der 1966 eingeweiht wurde, soll ab Januar nächsten Jahres abgerissen werden. Auf dem Gelände will die Stadt bekanntlich eine neue Gesamtschule bauen. Ein sehr ambitioniertes Projekt, denn allein der „Rückbau“ des Gebäudes wird teuer und mit hohen Belastungen für Anwohner und Umwelt verbunden sein.

Am Donnerstagabend stellte ein fünfköpfiges Gremium um Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister die Pläne für den Abriss des Gebäudes in der Fürstin-von-Gallitzin-Realschule vor.

Im Wesentlichen soll die Oberfinanzdirektion in zwei Phasen abgetragen werden. Zunächst ist eine Schadstoffsanierung vorgesehen, bei der von Januar 2017 an vermutlich umweltbelastende Materialien durch ein Schleusensystem aus dem Gebäude entfernt werden sollen. „Wir wollen den Rückbau so gestalten, dass möglichst keine Schadstoffe freigesetzt werden“, kündigt Michael Lürwer vom städtischen Amt für Gesundheit an. Dabei handelt es sich neben Asbest vor allem um den Giftstoff PCB, der als krebserregend gilt. „Der Stoff dünstet aus und hat eine starke Sekundärbelastung“, so Lürwer. Dies unterstreiche daher die Notwendigkeit eines Neubaus.

Die entscheidende Frage ist nunmehr, ob der Abriss allein mit konventionellen Mitteln realisiert werden soll oder ob eine Sprengung des Gebäudes vorgenommen wird. Erst im September solle diesbezüglich eine Entscheidung fallen. Bauingenieur Hermann Weißenfels sieht den Vorteil einer Sprengung darin, dass die Belastungen für die Umwelt auf einen großen Moment reduziert werden könnten. „Danach könnte man mit dem Abtransport der Materialien fortfahren“, sagte Weißenfels.

Die Anwohner sind von dem Abriss des Gebäudes wenig begeistert. Ein junger Mann aus dem Publikum, der in Nähe zur Oberfinanzdirektion wohnt, macht sich um die Gesundheit seiner Familie Sorgen: „Meine Frau ist derzeit schwanger. Wie wird die Belastung für uns sein?“

Stadtrat Matthias Peck gibt derweil Entwarnung: „Wir nehmen Ihre Sorgen ernst. Alles wird streng kontrolliert.“ Eine Garantie für einen reibungslosen Ablauf könne man aber nicht geben.

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