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Deutschlandtag der Jungen Union

Söder sagt Münster-Besuch ab

Münster

Drei Tage lang trifft sich die Unions-Politprominenz in Münster. CSU-Chef Markus Söder wird entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht dabei sein. 

dpa/jhu

CSU-Chef Markus Söder spricht bei einer Landesversammlung der Jungen Union Bayern. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

CSU-Chef Markus Söder wird entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht beim Deutschlandtag der Jungen Union in Münster zu Gast sein. Das bestätigte ein Parteisprecher am Donnerstag. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Söder wird stattdessen in Bayern am Samstag an einer Basiskonferenz der CSU teilnehmen.

Zu dem am Freitag beginnenden dreitägigen Treffen des Unions-Nachwuchses in Münster haben sich zahlreiche CDU-Spitzenpolitiker angesagt. In der Halle Münsterland werden unter anderem Armin Laschet, Jens Spahn, Friedrich Merz und Hendrik Wüst Reden halten. 

Söder stutzt Laschet zurecht

CSU-Chef Markus Söder hatte am vergangenen Wochenende das schlechte Ergebnis der Union bei der Bundestagswahl auf den unpopulären Kanzlerkandidaten Armin Laschet und eine schwache Wahlkampfstrategie zurückgeführt.

„Es ist einfach so: Am Ende wollten die Deutschen einen anderen Kanzlerkandidaten als den, den CDU und CSU aufgestellt haben“, sagte Söder bei der Landesversammlung der Jungen Union im bayerischen Deggendorf.

JU streicht „Zugpferd Markus Söder“

Während Söder Unions-Kanzlerkandidat Laschet zurechtstutzte, bekam auch der CSU-Chef selbst in Deggendorf Gegenwind aus den eigenen Reihen zu spüren. Die Delegierten der Jungen Union stimmten mit großer Mehrheit dafür, Söders Namen aus einer Passage der Erklärung zu streichen, die der JU-Landesvorstand zur Aufarbeitung der Niederlage bei der Bundestagswahl entworfen hat. Anlass der symbolträchtigen Abstimmung waren Vorbehalte, dass Söder in seiner Partei zur alles dominierenden Figur geworden sei.

Notwendig sei Teamarbeit und keine Ein-Mann-Show, sagte der Delegierte Stefan Meitinger, der unter Beifall den Antrag zur Streichung von Söders Namen einbrachte.

„Es ist Zeit, (...) ein schlagkräftiges, frisches Team hinter unserem starken Zugpferd Markus Söder zu bilden, das glaubhaft die ganze Bandbreite einer Volkspartei abdeckt“, hieß es im ursprünglichen Entwurf. In der schließlich verabschiedeten Fassung fehlte dann das „Zugpferd Markus Söder“, es blieb nur das „frische Team“.

Kuban fordert Generationenwechsel

Der Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, fordert bei der Neuausrichtung der CDU nach der Wahlschlappe einem Generationenwechsel. „Gerade jetzt ist es an der Zeit, neuen Köpfen eine Chance zu geben“, sagte er in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, betonte aber: „Wir haben tolle junge Frauen, die jetzt sichtbarer werden müssen.“

In Münster werden die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), und die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Bundestagsfraktion der Union, Yvonne Magwas, auf der Bühne erwartet.

Laumanns Seitenhieb gegen die Junge Union

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Lanz“ seinen Parteikollegen Armin Laschet in Schutz genommen. Jeder wisse, dass er am Boden liege, man müsse nicht nachtreten. Auf die Frage, ob die Tage von Laschet gezählt seien, gab Laumann zurück: „Nicht die Tage von Armin Laschet persönlich sind gezählt, sondern die Tage von Armin Laschet als CDU-Bundesvorsitzender.“ 

Die Forderung der Jungen Union nach „jungen Köpfen“ bei der Neuausrichtung der Parteispitze konterte Laumann mit einem Seitenhieb: „Die Fundamente, auf denen die CDU steht, sind über 2000 Jahre alt. Die werden auch von diesen Leuten nicht auseinandergenommen.“

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