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Freiluft-Spektakel und CD zum Westfälischen Frieden

Sogar Gevatter Tod kommt im Flüsterton daher

Münster

Das Friedensspiel ist wieder da – in einer pandemietauglichen Fassung. Autor und Regisseur Markus Kopf setzt ganz auf die Kraft der Sprache.

Von Arndt Zinkant

Sie stellen das neue Vivat-Pax-Spiel vor (v.l.): Autor und Regisseur Markus Kopf, Produzent Christoph Schulz, Stadtheimatpfleger Peter Kaenders und Ursula Warnke (Stadtheimatbund). Foto: zin

„Vivat Pax“, das Freiluft-Spektakel zum Westfälischen Frieden, kehrt zurück – und das sogar in zweifacher Form: Der Stadtheimatbund und alle kreativen Beteiligten haben die Corona-bedingte Pause im vergangenen Jahr für eine Hörspielfassung genutzt, die nun auf CD im Torhaus vorgestellt wurde.

Am kommenden Samstag (18. September) um 13 und 15 Uhr wird diese neue Version auch auf dem Platz des Westfälischen Friedens im Rathausinnenhof gespielt – mit Markus Kopf als Regisseur. Bevor die von Christoph Schulz (Musicom) hochwertig produzierte CD Ende Mai fertiggestellt werden konnte, mussten diverse Hürden genommen werden. Zunächst: Das liebe Geld; die Fördersumme ließ sich zum Glück „umleiten“.

Über 50 Laiendarsteller

Aber auch die Schar der über 50 Laienspieler hatte neue Herausforderungen zu bestehen. Alles, was zuvor mit großer Geste in historisch anmutender Szenerie gespielt wurde, musste das Ensemble nun ganz und gar in die Sprache legen. Wenn etwa „Ich bin der Vatter Tod!“ nicht laut deklamiert, sondern geflüstert wird, habe das eine ganz andere Atmosphäre, betont Christoph Schulz. „Irre spannend!“, sagt Markus Kopf; der übrigens darauf hinweist, dass sein Co-Autor Hans-Peter Boer versierter Historiker sei – und damit entsprechend penibel in den Details.

Corona-bedingt musste die Hörspielfassung in kleineren Grüppchen von 20 Leuten produziert werden. Das Sound-Design aus Musik und Effekten stammt von Marcus Fischer, der atmosphärisch-klangliche „Übersetzungen“ schuf, die die fehlenden Bilder vor das innere Auge zaubern. „Kein plumper Realismus“, betont Markus Kopf.

Vivat-Pax-CD für alle!

Hannes Demming und das Ensemble der Niederdeutschen Bühne geben zusätzliche Schützenhilfe. Ursula Warnke und Peter Kaenders vom Stadtheimatbund wünschen sich, dass die CD (die wie ein Querschnitt der Friedensverhandlungen von 1648 konzipiert ist) Bestandteil der münsterischen Kultur wird – und im gleichen Zug verschiedenen Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt wird. Am Samstag (18. September) werden dann erneut im Rathausinnenhof die einfachen Leute, Händler, Marktfrauen und Bettler das Wort erheben; um 13 und um 15 Uhr (Kartenreservierungen per E-Mail unter info@stadtheimatbund-muenster.de).

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