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Grüne wollen Satzung ändern

Solaranlagen auch in der Altstadt

Münster

Die Grünen planen, die mehr als 30 Jahre alte Altstadtsatzung zu ändern. Photovoltaikanlagen sollen künftig auch in der Altstadt möglich sein. Bei der Abwägung möglicher Beeinträchtigungen des Stadtbildes sollen in Zukunft Aspekte des Klimaschutzes und des Einsatzes erneuerbarer Energien gleichwertig behandelt werden, fordert die Partei.

Von Martin Kalitschke

Werben für Photovoltaikanlagen in der Altstadt: (v.l.) Andreas Janzen (Stadthotel) sowie Achim Specht, Ingrid Kremer und Robin Korte von den Grünen. Foto: kal

Schon seit einiger Zeit treibt Andreas Janzen, Direktor des Stadthotels Münster an der Aegidiistraße, die Idee um, auf dem Dach eine Photovoltaikanlage zu errichten. 99,8 Prozent der erzeugten Energie kämen direkt dem Hotel zugute, 20 Tonnen CO2  könnten so jährlich eingespart werden, rechnet er vor. „Dass wir das Projekt bislang nicht umsetzen konnten, liegt an der Altstadtsatzung“, sagt Janzen. 1989 war sie erlassen worden, um das Orts- und Straßenbild in der Innenstadt zu schützen, 17 Jahre liegt die letzte Überarbeitung zurück. Photovoltaikanlagen in der Altstadt sieht sie bis heute nicht vor.

„Das ist nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert Grünen-Ratsherr Robin Korte. Zusammen mit seinen Fraktionskollegen Ingrid Kremer und Achim Specht präsentierte er am Dienstag einen Ratsantrag, der am Mittwochabend in den Rat eingebracht werden soll. Änderungen in der Satzung sollen Solarenergie künftig auch im Herzen der Stadt ermöglichen.

„Klimakrise drängt zum Handeln“

„Die Klimakrise drängt zum Handeln“, stellt Ingrid Kremer klar. Natürlich handele es sich beim Erscheinungsbild der Altstadt um ein hohes Gut, mit dem behutsam umgegangen werden sollte. Zugleich sei es dringend erforderlich, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, damit die Stadt ihre Klimaziele erreicht. In der Altstadt – aber auch in anderen Quartieren wie dem Kreuz- und dem Mauritzviertel. Auch dort wollen die Grünen die städtebaulichen Gestaltungssatzungen ändern, um mehr Solaranlagen möglich zu machen.

Rat soll am 1. September über Änderungen abstimmen

Dass sich demnächst auf den Dächern der historischen Prinzipalmarkt-Häuser Photovoltaikanlagen befinden, damit ist laut Kremer nicht zu rechnen. Dass die geplante Kita an der Sonnenstraße keine solche Anlage erhalten darf, wollen die Grünen indes nicht akzeptieren. Zumal viele private und öffentliche Dächer in der Altstadt schon längst nicht mehr den Vorgaben der Satzung entsprächen.

Daneben wollen die Grünen die Begrünung von Dächern erleichtern. Sie hoffen, dass die geänderte Satzung am 1. September im Rat verabschiedet werden kann.

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