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Persisch-Deutsche Kulturbrücke

Solidarität mit Frauen im Iran

Münster

Im Iran sind nach dem Tod einer jungen Frau im Polizeigewahrsam massive Proteste ausgebrochen. Aus dem Iran stammende Münsteraner blicken mit sorgenvoller Spannung auf das Land.

Von Karin Völker

Saeid Samar ist Vorsitzender des münsterischen Vereins Persisch-Deutsche Kulturbrücke. Foto: Privat

Dass Protest gegen den Staat im Iran für Oppositionelle lebensgefährlich ist, weiß Saeid Samar nur zu gut. Seitdem der gebürtige Iraner vor über 40 Jahren als politisch Verfolgter nach Münster kam, hier studierte und seither lebt und arbeitet, hat er sich aus guten Gründen nicht mehr in seine Heimat getraut. Samar ist Vorsitzender des münsterischen Vereins Persisch-Deutsche Kulturbrücke – und mit ihm blicken nun erneut die Mitglieder mit sorgenvoller Spannung in den Iran.

Seitdem in Teheran im Polizeigewahrsam eine junge Frau gestorben ist, die zuvor von sogenannten Sittenwächtern wegen ihres nicht korrekt sitzenden Kopftuches festgenommen worden war, wird das Land von massiven Bürgerprotesten erschüttert. Die Wut vor allem vieler Frauen, die in der Öffentlichkeit außer Gesicht und Händen keinen Teil ihres Körpers unbedeckt zeigen dürfen, entlädt sich in Protesten, denen der Staat mit Gewalt begegnet.

Saeid Samar sorgt sich konkret um weibliche Verwandte, die an den Protesten teilnehmen wollen. „Gleichzeitig vertieft der Protest die Risse im autoritären Gottesstaat der Mullahs“, wie Samar sagt. Die Persisch-Deutsche Kulturbrücke will am Wochenende eine Mahnwache in Münster für die in Teheran getötete junge Frau abhalten. „Wir hoffen darauf, dass Europäer stärker auf unser Land blicken.“

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