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Bauarbeiten

Sperrung der Bergstraße als Belastungsprobe für die Innenstadt

Münster

40 Wochen Vollsperrung in der Bergstraße sorgen ab Dienstag (17. Januar) für neue Verkehrsströme im Norden der Innenstadt von Münster. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Baumaßnahme.

Ab dem 17. Januar geht es los: Die Sperrung der Nordtangente Bergstraße stellt die Verkehrsteilnehmer in Münster vor erhebliche Herausforderungen. Foto: Matthias Ahlke

Die Auswirkungen für das nördliche Zentrum von Münster sind massiv: Ab dem heutigen Dienstagmorgen ist die Bergstraße zwischen Tibus- und Schlaunstraße für zehn Monate für alle Verkehrsteilnehmer voll gesperrt. Das sind die Folgen.

Wer ist betroffen?

Alle, die auf diesem Abschnitt der Bergstraße unterwegs sind, müssen Umleitungen nehmen. Ob zu Fuß, Rad, im Auto oder in etlichen Buslinien: Die Stadt hat vielfältige Alternativen vorgeschlagen und ausgeschildert. Die Anwohnerschaft soll ihre Häuser mit jeweils kurzer Unterbrechung aber erreichen können. Auch das Parkhaus Tibusstraße bleibt anfahrbar – von zwei Seiten.

Wann geht es los und wie lange dauert es?

Die Schilder sind bereits länger aufgestellt, am Dienstagmorgen um 8 Uhr beginnt die Sperrung. Laut Stadt soll sie im November beendet sein. Die Verwaltung erklärt die lange Bauphase damit, dass sie umfangreich und abschnittsweise vorgehen muss, um die Erreichbarkeit für die Feuerwehr zu sichern.

Was ist der Hintergrund?

„Wir hatten dort diverse Rohrbrüche in den vergangenen Jahren“, bestätigt Lisa Schmees von den Stadtwerken Münster. Erneuert werden der Schmutzwasserkanal von 1906, die Trinkwasserleitung von 1959 sowie diverse Wasseranschlüsse. Außerdem entstehen neue Strom-, Gas- und Wasser-Hausanschlüsse und Leerrohre für Glasfaser.

Welche Folgen gibt es?

16.000 Fahrzeuge fahren üblicherweise werktags über die Bergstraße, so die Stadt. „Der Großteil gehört zum Durchgangsverkehr“, sagt Lukas Maiwald, Bauleiter im Mobilitäts- und Tiefbauamt. Am Steuer müssen sich nun andere Wege gesucht werden, bestenfalls weiträumig. Der Breul wird zudem zur Pkw-Einbahnstraße mit Halteverbot, rund 50 Parkplätze fallen weg. An der Kreuzung am Buddenturm wird ebenfalls gearbeitet und gesperrt, aus der Magdalenenstraße wechselt die Ausfahrt je nach Bauphase die Richtung.

Video in Kooperation mit dem WDR

Wie läuft die Busanbindung?

Zwar sind einige Haltestellen während der Bauphase gesperrt, aber durch die nahe Umleitung geben sich die Betreiber optimistisch: „Die Haltestellensituation ist für uns und die Fahrgäste keine große Änderung“, sagt Florian Adler von den Stadtwerken. Die Anwohner der Seniorenresidenz können eine Ersatzhaltestelle am Breul nutzen. „Spannend wird, wie gut funktionieren die Umleitungen, was die Kapazitäten angeht“, so Adler.

Was sagen die Kaufleute?

„Grundsätzlich machen solche Maßnahmen Sorgen“, sagt Frank Prümer vom Verein Kiepenkerlviertel. „Aber nach einer gewissen Anlaufphase sollten wir doch zuversichtlich sein.“ Das Entscheidende: „Wir haben eine Lösung für das Parkhaus gefunden.“ Es bleibt erreichbar, sogar von Westen. Die Stadt verweist zu den wegfallenden Parkplätzen in der Straße Breul darauf, dass im Parkhaus Dauerstellplätze angemietet werden können.

Kommentar: Flexibel bleiben

Was sagt die Stadt überhaupt?

Die Verwaltung hatte bereits erläutert, die nun gewählte Planung sei die insgesamt verträglichste – bei einer Alternative wäre die Vollsperrung verkürzt, die Bauzeit aber auf rund 70 Wochen verlängert worden. Eine aktuelle Anfrage ließ die Stadt unbeantwortet.

Wie lief der erste Tag der Vollsperrung?

Um kurz vor 8 Uhr war sie dicht: Bauarbeiter haben am Morgen des 17. Januar die Sperrung der Bergstraße eingerichtet. Das erwartete Verkehrschaos blieb aber weitgehend aus.

Wo die Stadt noch nachbessern müsste

Das zunächst befürchtete Chaos in den ersten Tagen nach der Sperrung der Bergstraße für die Einrichtung der Großbaustelle ist zwar glücklicherweise ausgeblieben. Dennoch zeichnet sich bereits ab, an welchen kritischen Stellen die Stadt bei der Verkehrsführung noch nachbessern sollte.

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