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Prozess wegen versuchten Totschlags

Staatsanwalt fordert lange Haftstrafen

Münster

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, sollen zwei der drei Angeklagten, die am 6. September 2020 einen 42-jährigen Bochumer am Hafen erheblich verletzt haben sollen, für lange Zeit ins Gefängnis. Ein Verteidiger-Plädoyer wich besonders stark von der Forderung des Staatsanwaltes ab.

Vor dem Landgericht Münster müssen sich drei junge Männer wegen versuchten Totschlags beziehungsweise Körperverletzung verantworten, weil sie einen 42-jährigen Bochumer erheblich verletzt haben sollen. Foto: Caroline Seidel

Vier Jahre und vier Monate Haftstrafe sowie die Unterbringung in einer Entzugsklinik, drei Jahre Freiheitsstrafe und eineinhalb Jahre Haft zur Bewährung – das fordert der Staatsanwalt für die drei jungen Männer, die im vergangenen September einen 42-jährigen Bochumer schwer verletzt haben sollen.

Das Opfer hatte bei der Auseinandersetzung am Hafen sowohl Schnittverletzungen durch ein Messer im Gesicht als auch einen lebensbedrohlichen Stich in den Bauch erlitten und konnte nur durch eine Not-Operation gerettet werden. Zwei Angeklagte müssen sich wegen versuchten Totschlags, einer wegen Körperverletzung verantworten.

Verteidigung fordert Unterbringung in Entzugsklinik

Die Verteidigerin des Mannes, der das spätere Opfer mit dem Messer im Gesicht verletzt haben soll, forderte keine konkrete Strafe, aber die Unterbringung ihres suchtkranken Mandanten in einer Entzugsklinik.

Für den anderen wegen Totschlags angeklagten Mann plädierten dessen Verteidiger auf Freispruch, weil ihrem Mandanten nicht nachzuweisen sei, den lebensbedrohlichen Stich gesetzt zu haben, wie Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus sagte. Der Staatsanwalt rechne die Tat jedoch beiden Hauptangeklagten zu.

Der Anwalt des dritten Angeklagten forderte eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr. Das Urteil soll am 12. Mai fallen.

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