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Sparda-Bank-Verfahren

Staatsanwalt zieht Beschwerde zurück - Prozess gegen Kahl kann beginnen

Münster.

Nach langen Ermittlungen und einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft kann der Prozess vor dem Landgericht Münster bald beginnen. Die Beschwerde wurde zurückgezogen. Angeklagt ist der ehemalige Chef der Sparda-Bank Münster, Enrico Kahl. Der Vorwurf: Spesenbetrug in 210 Einzelfällen.

Jürgen Stilling

Kommt nun bald vor Gericht: Enrico Kahl Foto: Matthias Ahlke

Der Prozess gegen den früheren Chef der Sparda-Bank Münster, Enrico Kahl, kann in Kürze beginnen. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld hat ihre Beschwerde beim Oberlandesgericht Hamm zurückgezogen. „Um das Verfahren zu beschleunigen“, erklärte Staatsanwalt Gerald Rübsam am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion.

Die Staatsanwalt hatte Anfang April gegen die Entscheidung des Landgerichts Münster, die Anklage gegen Kahl nur in Teilen zuzulassen, Beschwerde eingelegt. Damit wurde eine Prozessstart Ende April/Anfang Mai verhindert.

Wann nun der erste Verhandlungstag sein wird, ist noch unklar. Dr. Steffen Vahlhaus, Pressesprecher des Landgerichts Münster, konnte noch keine Prognose abgeben. „Die Akten sind gerade erst wieder bei uns eingetroffen.“

Ermittlungen über fünf Jahre

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte gegen Kahl rund fünf Jahre lang wegen Spesenbetruges ermittelt. Sie wirft dem ehemaligen Sparda-Bank-Chef Untreue im Umfang von rund 1,2 Millionen € vor. Er soll unter anderem private Feiern und Reisen über die Bank abgerechnet haben. Der 630 Seiten umfassenden Klageschrift zufolge soll er 210 Einzeltaten begangen haben.

Die einzelnen Schadenssummen sollen zwischen 50 und 150.000 € liegen. Kahl war im Oktober 2015 von der damaligen Sparda-Bank Münster, die heute Teil der Sparda-Bank West in Düsseldorf ist, wegen der Vorwürfe fristlos entlassen worden.

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