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Missbrauchsfall Münster

Staatsanwaltschaft klagt 34-Jährigen aus dem Kreis Warendorf an

Münster

Im Missbrauchsfall Münster wurde erneut Anklage erhoben. Ein 34-jähriger Mann aus dem Kreis Warendorf soll den Ziehsohn von Adrian V. und ein weiteres Kind teils schwer sexuell missbraucht haben. Auch eine gemeinschaftlich Tat mit dem mutmaßlichen Haupttäter steht in der Anklageschrift.

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Im Missbrauchsfall von Münster wurde Anklage gegen einen weiteren Mann erhoben. Foto: dpa (Symbolbild)

Weitere Anklageerhebung im Missbrauchsfall Münster: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 34-jährigen Mann aus dem Kreis Warendorf erhoben, der am 13. November festgenommen wurde. Dem Mann werden laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft insgesamt zehn Taten vorgworfen.

"Im Einzelnen handelt es sich um drei Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie um ein Ereignis des sexuellen Missbrauchs eines Kindes", heißt es in der Mitteilung. Zudem werde dem Beschuldigten vorgeworfen, kinderpornografische Schriften besessen zu haben. In fünf weiteren Fällen soll er einer anderen Person zum Besitz solcher Schriften verholfen haben.

Opfer soll Ziehsohn von Adrian V. sein

Opfer der schweren sexuellen Missbrauchshandlungen soll laut der Mitteilung der heute elfjährige Ziehsohn des Hauptangeklagten Adrian V. sein. Der Junge sei nach den bislang durchgeführten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster und des Polizeipräsidiums Münster wiederholt Opfer von schweren sexuellen Missbrauchshandlungen verschiedener Männer geworden sein. Er ist der Sohn der mittlerweile ebenfalls festgenommenen Lebensgefährtin von Adrian V. aus Münster.

Der 34 Jahre alt Mann aus dem Kreis Warendorf soll den 27-jährigen mutmaßlichen Haupttäter Adrian V. spätestens im Dezember 2019 über einen Messengerdienst im Internet kennengelernt haben. Über ihn soll der 34-Jährige bei gemeinsamen Treffen auch Kontakt zu dem heute elfjährigen Jungen bekommen haben.

Männer sollen gemeinschaftlich gehandelt haben

Die drei angeklagten schweren sexuellen Missbrauchstaten zum Nachteil dieses Jungen soll der Angeklagte vor dem 14. Dezember 2019 sowie im März 2020 anlässlich von gemeinsamen Treffen mit Adrian V. begangen haben. Bei einer dieser Gelegenheiten sollen der Angeklagte und der Münsteraner gemeinschaftlich gehandelt haben. Wo genau es zu den schweren Missbrauchshandlungen gekommen ist, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht abschließend geklärt. "Möglicherweise ereigneten sich die angeklagten Vorfälle in der Nähe des Flughafens Münster-Osnabrück und in dem Fahrzeug des gesondert verfolgten Mannes aus Münster", heißt es in der Mitteilung.

Darüber hinaus soll der 34 Jahre alte Angeklagte am 23. Dezember 2019 einen damals sieben Jahre alten Jungen aus seinem persönlichen Bekanntenkreis sexuell missbraucht haben. Dem Mann wird zudem vorgeworfen, zwischen dem 25. Dezember 2019 und dem 12. November 2020 bei fünf Gelegenheiten Bilder und Videos über Messenger-Dienste an unterschiedliche Personen versandt zu haben.

USB-Stick mit Fotos und Videos gefunden

Bei einer Wohnungsdurchsuchung bei dem Angeschuldigten konnten auf einem USB-Stick sowie einem Smartphone zahlreiche Bild- und Videodateien festgestellt werden, die auch schwere sexuelle Missbrauchshandlungen von Kindern zeigen sollen.

Im Ermittlungsverfahren hat sich der nicht vorbestrafte Angeklagte laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Über seinen Verteidiger habe der 34-Jährige jedoch mittlerweile bestritten, die Kinder sexuell missbraucht zu haben. Er habe aber eingeräumt, sich mit Adrian V. und dem heute elf ahre alten Jungen getroffen zu haben.

Chatverläufe ergeben Tatverdacht

Der Tatverdacht gegen den 34-Jährigen hat sich insbesondere durch die Auswertung von Chatverläufen zwischen Adrian V. und dem nun angeklagten Mann aus dem Kreis Warendorf ergeben. Dieser Chatverkehr befand sich auf einem - nach Bewertung der Staatsanwaltschaft - dem Münsteraner gehörenden Mobiltelefon. Nach der Identifizierung des Angeschuldigten wurde dieser am 13. November festgenommen.

Der 34-Jährige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

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