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Nach den Auseinandersetzungen vom Wochenende

Stadt denkt über schärfere Regeln für die Aaseewiesen nach

Münster

Nach den Auseinandersetzungen vom Wochenende denkt die Stadt über schärfere Regeln für die Aaseewiesen nach. Auch Geschäftsleuten sitzt der Schrecken in den Gliedern. Sie blicken mit Angst auf die nächsten Nächte.

Von Dirk Anger und Helmut Etzkorn

Ausnahmezustand am Wochenende: Vom Aasee verlagerten sich die Auseinandersetzungen Richtung Innenstadt Foto: Timo Gemmeke

Nach den abendlichen Eskalationen am Aasee am vergangenen Wochenende denkt die Stadt über eine weitere Verschärfung in diesem Bereich nach. Man werde sich intensiv mit dem Polizeipräsidium abstimmen, erklärte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer am Montag, ohne ins Detail gehen zu wollen. Dabei scheinen auch einschneidende Maßnahmen wie ein Alkohol- oder Betretungsverbot durchaus in Betracht zu kommen. „Ich kann mir vorstellen, dass wir grundlegend neue Regeln festlegen“, so Heuer.

Die Lage am Aasee habe sich seit dem Wochenende jedenfalls deutlich verändert, bilanzierte der Ordnungsdezernent. „Entschiedenes polizeiliches Handeln ist notwendig.“ Hunderte Besucher hatten sich vom Aasee ausgehend teils alkoholisiert in den Nächten zu Samstag und Sonntag Auseinandersetzungen mit Polizei und Ordnungskräften geliefert. Unter den Besuchern am Aasee war nach Einschätzung von Heuer eine nennenswerte Zahl an Auswärtigen. Aktuell gilt am Aasee ein Glasverbot, Grillen sei de facto nicht zulässig, und gegen ruhestörenden Lärm würde niedrigschwellig vorgegangen.

Geschäftsleute in tiefer Sorge

Die Betreiber der Aasee-Gastronomie setzen auf einen privaten Sicherheitsdienst, der seit dem Wochenende nun allabendlich rund um die Aaseetreppen patrouillieren wird. Namentlich genannt sein will niemand von den befragten Geschäftsleuten, zu groß ist offenbar die Furcht vor weiteren, dann gezielten Attacken auf das Hab und Gut.

Sachschäden bis zur Aegidiistraße

Schon jetzt beklagen sie enorme Sachschäden. Boote treiben nachts herrenlos auf dem See, die „Allee“ der zerschlagenen Blumentöpfe und geparkten Fahrzeuge mit Vandalismusschäden reichte in der Nacht zum Sonntag bis hoch zur Aegidiistraße.

„Ich schließe 22 Uhr ab, weil ich die grölende Masse mit dem Wunsch, Alkohol kaufen zu wollen, gar nicht hier im Lokal haben möchte“, sagte ein Gastronom von der Aegidiistraße. Am Samstagabend warfen Unbekannte genau gegenüber Scheiben von geparkten Autos ein, beim Wirt selbst musste ein großer Terrakotta-Blumenkübel dran glauben.

Was passiert unter der Woche?

Sorge haben viele Anwohner vor neuen Ausschreitungen in den nächsten Nächten. „Die Behörden kontrollieren ja nur am Wochenende. Hoffentlich reicht da unser eigener Wachschutz“, so ein Gastronom.

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