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Wohnraum für Flüchtlinge

Stadt Münster errichtet neue Unterkünfte

Münster

Immer mehr Flüchtlinge drängen nach Münster. Die Stadt will kurzfristig Briten-Häuser anmieten – und bis 2016 fünf neue Unterkünfte bauen. 2014 soll zudem überlegt werden, wo darüber hinaus im gesamten Stadtgebiet weitere Wohnheime entstehen könnten.

Martin Kalitschke

Errichtung eines Asylbewerberheims am Nordkirchenweg in Münster. Foto: Martin Kalitschke

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will die Stadt auf den ungebremsten Flüchtlingszustrom reagieren. Zu den bereits beschlossenen neuen Unterkünften in Nienberge, Roxel und Wolbeck werden voraussichtlich bis 2016 drei weitere in Gelmer, Gremmendorf und Sprakel hinzukommen. Und auch in Handorf und St. Mauritz sollen neue Flüchtlingsheime entstehen, berichteten am Mittwoch Sozialdezernent Thomas Paal, Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke und Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann.

Weitere Standorte für Flüchtlingsheime gesucht

Flüchtlinge in Münster

520 Flüchtlinge hat die Stadt Münster zwischen Januar und Oktober 2013 aufgenommen – das sind 22 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2012. Hält der Trend an, dann wird die Stadt bis Jahresende rund 50 Prozent mehr Flüchtlinge aufgenommen haben als im Vorjahr, berichtet die Stadt – und fast drei Mal so viele wie 2011. Insgesamt leben zurzeit 1085 Flüchtlinge mit Leistungsbezug in Münster – sowie eine unbekannte Zahl ohne Leistungsbezug. Die meisten Flüchtlinge kommen aktuell vom Balkan und aus der russischen Föderation. -kal-

Damit nicht genug: Mitte 2014 will die Verwaltung mit Politik, Polizei, Wohlfahrtsverbänden und weiteren Akteuren über eine Aktualisierung des aus dem Jahr 2001 stammenden Flüchtlingskonzepts diskutieren.

In diesem Zusammenhang sollen weitere mögliche Standorte für Flüchtlingsheime im gesamten Stadtgebiet ermittelt werden. „Wir brauchen weitere Standorte, auf die wir im Notfall zügig zugreifen können“, so Paal.

Um die Flüchtlings-Situation kurzfristig in den Griff zu bekommen, sollen schon bald ehemalige Briten-Häuser am Borghorstweg, am Muckermannweg/Von-Esmarch-Straße sowie an der Sibeliusstraße/Hoher Heckenweg angemietet werden. „Diese Standorte könnten für ein bis drei Jahre von jeweils 30 bis 40 Flüchtlingen genutzt werden“, so Arnkens-Homann. Zudem werde überlegt, ehemalige Briten-Häuser am Sandfortskamp und am Gronauweg für soziale Wohnzwecke anzukaufen.

Zusätzliche Containergebäude

Sollte der Andrang von Flüchtlingen weiter zunehmen, sei außerdem denkbar, zeitlich befristet zusätzliche Containergebäude zu errichten. Die Verwaltung prüfe derzeit denkbare Standorte, die zum Zug kommen könnten, falls Ersatz für die bis Ende 2014 befristeten Container-Standorte Nordkirchenweg, Hof Buddenbäumer und Hoppengarten benötigt werde.

„Ich gehe nicht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen in nächster Zeit zurückgehen werden“, unterstrich Köhnke am Mittwoch den Handlungsbedarf der Verwaltung. Paal betonte, dass die Nutzung ständiger Einrichtungen gegenüber Container-Lösungen eindeutig die billigere Lösung sei.

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