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Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

Stadt setzt Biozid gegen Raupen ein

Münster

Die Stadt sagt dem Eichenprozessionsspinner den Kampf an: Im gesamten Stadtgebiet Münsters soll ab Ende April mit Biozid gegen Raupen vorgegangen werden. Rund 20 000 Eichen werden behandelt.

Die Raupe eines Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. Foto: Patrick Pleul

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wird in diesem Jahr voraussichtlich Ende April, Anfang Mai starten. An rund 200 Standorten im gesamten Stadtgebiet werden Eichen mit dem mikrobiologischen Biozid Foray ES besprüht, wie die Stadt mitteilt.

"Wir rechnen weiterhin mit einem flächendeckenden Befall, hoffen aber, dass dieser - wie bereits 2021 festgestellt - weiter abnimmt", sagt Hans-Ulrich Menke, städtischer Förster im Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Ziel der frühzeitigen Bekämpfung ist es, die bei der Entwicklung der Raupen entstehenden Brennhaare und die damit für den Menschen verbundenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Hautreizungen und Atemprobleme zu reduzieren.

Menschen sollten Kontakt mit Biozid vermeiden

Wirkstoff des Mittels ist ein Protein, das durch ein natürliches Bodenbakterium produziert wird und den Darm der Raupen schädigt. Das Präparat ist nicht bienengefährlich und schont besonders auch Nützlinge. "Dennoch handelt es sich um einen erheblichen Eingriff in den Naturkreislauf, da auch andere Falterraupen betroffen sind", so Andreas Lambert von der Fachstelle Stadtbäume. Menschen sollten den direkten Haut- und Augenkontakt sowie ein Einatmen des Präparats wegen einer möglichen Sensibilisierung vermeiden.

Der Sprüheinsatz wird durch beauftragte Fachunternehmen ausgeführt und wird je nach Witterung zwei bis drei Wochen dauern. Die Ausbringung erfolgt überwiegend mittels Hubarbeitsbühne und Sprühlanze, wodurch eine deutlich geringe Verwehung des Mittels sichergestellt wird. Der Einsatz von Sprühkanonen erfolgt in geringerem Umfang, so etwa im unwegsamen Gelände. Das Besprühen muss in den ersten zwei von insgesamt sechs Larvenstadien erfolgen, um wirksam zu sein. Die dabei prognostizierte Erfolgsquote von 70 bis 90 Prozent ist von vielen Parametern wie Temperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer, Wind und der Dauer der Raupenschlupfphase abhängig und kann dadurch auch geringer ausfallen, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Prävention an belebten Orten

Die präventive Sprühbekämpfung findet besonders an Orten statt, wo viele Menschen mit den Brennhaaren in Berührung kommen können bzw. eine mechanische Bekämpfung extrem aufwendig oder kaum möglich ist. Mechanische Bekämpfung im Absaugverfahren Mitte Mai Etwa ab Mitte Mai beginnt dann der zweite Schritt: die mechanische Bekämpfung im Absaugverfahren.

Bis zu acht Kolonnen mit Arbeitsbühnen oder als reine Bodenkolonne werden dann im gesamten Stadtgebiet im Einsatz sein. Die mechanische Bekämpfung kann frühestens ab dem dritten Larvenstadium erfolgen, wenn die Raupen mit ihren namensgebenden, typischen Prozessionen im Baum beginnen.

20.000 Bäume werden behandelt

In der Folge entstehen dann auch die zunehmend größer werdenden Gespinstnester, in denen sich die Larven häuten und zum Abschluss der Entwicklung verpuppen. Prozessionen und Gespinste können effektiv mittels Absaugung entfernt werden. Während die Raupen im dritten und vierten Larvenstadium noch mit wenigen Brennhaaren ausgestattet sind, beginnt mit dem fünften und vor allem sechsten Larvenstadium für uns Menschen die Zeit, wenn viele den Eichenprozessionsspinner besonders spüren.

Ziel ist es daher, an möglichst vielen Stellen im Stadtgebiet die Raupen bis dahin deutlich reduziert zu haben. "Aktuell gehen wir von etwa 20 000 zu behandelnden Bäumen aus", schätzt Hans-Ulrich Menke. Raupengespinste an Eichen auf öffentlichen Grünflächen, an Schulen oder Kindergärten können dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit über den Online-Dienst "Mängelmeldung" (www.stadt-muenster.de/maengelmeldung) gemeldet werden.

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