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Neubauprojekt

Verwaltung schlägt neuen Fahrplan für Stadthaus 4 vor

Münster

Am Albersloher Weg sollte das neue Stadthaus 4 entstehen. Doch die Pläne wurden auf Eis gelegt. Nun schlägt die Stadtverwaltung einen neuen Fahrplan für das Neubauprojekt vor. Die Entscheidung liegt bei der Politik.

Auf diesem Grundstück soll das Stadthaus 4 entstehen – allerdings, wenn überhaupt, später als geplant. Grund sind die aktuell dramatisch steigenden Baupreise. Foto: Matthias Ahlke

Über den Neubau des Stadthauses 4 soll bis Ende 2024 neu entschieden werden. Das hat die Verwaltung am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Unsere Zeitung hatte bereits am Samstag berichtet, dass das Vorhaben wegen gestiegener Baukosten zunächst auf Eis gelegt werden soll.

In der jetzt veröffentlichten Beschlussvorlage des zuständigen Personal- und Organisationsamtes, über die der Rat am 7. September entscheiden soll, heißt es: „Der Rat beschließt für die Umsetzung des Bauvorhabens Stadthaus 4 ein Moratorium bis zum 31. Dezember 2024. Die Verwaltung wird gemeinsam mit der Stadtwerke Münster GmbH in dieser Zeit die Wiederaufnahme der Planung regelmäßig prüfen und dem Rat zu gegebener Zeit einen abschließenden Beschlussvorschlag vorlegen.“

Auslöser für den Vorschlag der Stadtverwaltung sind laut Stadt die derzeit dramatisch steigenden Baupreise. Bauherr sind die Stadtwerke Münster.

Architektenwettbewerb wurde 2020 durchgeführt

2019 hatte der Rat in einem Grundsatzbeschluss den Bedarf für ein neues Stadthaus anerkannt und die Planung beauftragt. Im Sommer 2020 wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Die ursprüngliche Planung für ein viertes Stadthaus im Hafen-Areal sah 2019 noch einen Baupreis in Höhe von gut 72 Millionen Euro brutto vor. Inzwischen gehen die Stadtwerke von einem Brutto-Baupreis in Höhe von 87,8 Millionen Euro aus, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Bei der vom Statistischen Bundesamt erwarteten weitergehenden Kostensteigerung sowie den zu erwartenden Zinssteigerungen sei bis zur geplanten Inbetriebnahme des Stadthauses 4 im Jahr 2025 nach derzeitiger Berechnung mit einem Brutto-Baupreis in Höhe von 114,6 Millionen Euro zu rechnen. Die Planung sieht ein Gebäude ohne Emissionen vor, „mit dem ein in ökologischer und funktionaler Hinsicht gelungenes Vorbild entstehen könnte“, wie die Stadt schreibt. Zugleich stehe das Projekt für die Konzentration sozialer Dienstleistungen unter einem Dach und eine weitreichende Digitalisierung der Arbeitsprozesse.

Kosten an anderer Stelle

Experten gehen laut Stadt von mittelfristig wieder sinkenden Baukosten aus. Vor diesem Hintergrund halte die Stadtverwaltung das Moratorium für sinnvoll. Gleichwohl würde das Moratorium, sofern der Rat zustimmt, Kosten an anderer Stelle verursachen.

So müsste die Stadtverwaltung ihre mittelfristige Büroraumplanung überarbeiten und länger als geplant Büroflächen anmieten. Die dafür anfallenden Kosten können laut Stadt noch nicht abschließend berechnet werden. Die bisherigen Planungskosten für das Stadthaus 4 betrugen 8,3 Millionen Euro (Stand Juni 2022) und sind von der Stadt als Auftraggeberin zu finanzieren.

Wolfgang Heuer

„Das Stadthaus 4 ist für die Weiterentwicklung der Stadtverwaltung ein wichtiges Vorhaben. Der vorläufige Verzicht auf den Baubeschluss kurz vor Abschluss der Planungsphase ist bedauerlich, aber mit Blick auf die Preise und die Gesamtsituation angemessen“, so Personaldezernent Wolfgang Heuer als Vertreter der Nutzerseite am Donnerstag. Heuer weiter: „Wir werden dem Rat zu einem geeigneten Zeitpunkt einen dann endgültigen Beschlussvorschlag zum Stadthaus 4 vorlegen. Vorbereitend wird die Stadt zusammen mit den Stadtwerken noch einmal alle großen bisherigen Festlegungen überprüfen auf ihre zwingende Notwendigkeit und die wirtschaftlichen Auswirkungen. Zugleich wird die weitere Preisentwicklung am Bau sehr genau beobachtet werden.“

Ungeachtet dessen, dass das Moratorium bis Ende 2024 läuft, geht er davon aus, dass bereits im kommenden Jahr eine Überprüfung erfolgen wird. Zudem unterstreicht Heuer, dass das Stadthaus 4 bislang nicht im Haushaltsplan der Stadt gestanden habe – „es wäre jetzt für 2023 neu aufgenommen worden“.

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