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BV West befürwortet Flächennutzungsplan-Änderung für Albachten-Ost

Baugebiet soll endlich kommen

Münster-Albachten

Die Bezirksvertretung Münster-West hat nicht ohne Vorbehalte ihre Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplans für Albachten-Ost gegeben. Sie hofft, dass möglichst bald neuer Wohnraum geschaffen wird.

Thomas Schubert

So soll das Neubaugebiet Albachten-Ost aussehen, wenn es eines Tages gebaut werden kann. Foto: Rheinflügel Severin/3pass

Eines wurde auf der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) West am Donnerstagabend im Albachtener „Haus der Begegnung“ ganz deutlich: Nicht nur die Bürgerschaft, sondern auch die Politik ärgert sich darüber, dass das geplante 15 Hektar große Baugebiet Albachten-Ost nach wie vor auf sich warten lässt. Bereits Anfang 2017 wurde der städtebauliche Wettbewerb für das Areal entschieden, doch Albachten-Ost mit 480 neuen Wohnungen liegt nach wie vor brach.

Daher war es kaum verwunderlich, dass Bezirksbürgermeister Jörg Nathaus – trotz diverser Einwände aus den Fraktionen – dafür plädierte, der Änderung des betreffenden Flächennutzungsplans zuzustimmen. Albachten-Ost, so der Grünen-Politiker, dürfe nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Die BV West müsse ein Zeichen setzen: „Wir stehen in der Pflicht. Viele Menschen in Münster brauchen dringend Wohnraum.“

Als Vertreter der Verwaltung musste sich Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt wiederholt Schelte anhören. So brachte SPD-Ratsfrau Ute Hagemann ihrer Verärgerung darüber zum Ausdruck, dass Stellungnahmen der Bürger regelrecht unter den Tisch gekehrt worden seien. Statt sich mit deren Einwänden fundiert auseinanderzusetzen, sei bürgerschaftliche Kritik an den Planungen für Albachten-Ost oftmals unberücksichtigt geblieben: „Es wurde die Chance vertan, die Bürger mitzunehmen.“

Damit sprach die Sozialdemokratin vielen aus der Seele. So auch dem Albachtener Grünen-Bezirksvertreter Josef Freitag, der darauf verwies, dass in seinem Heimatstadtteil weiterer Wohnraum und eine neue Schule fehle: „Da muss endlich etwas passieren.“

Kritik wurde auch am Entwässerungskonzept für Albachten-Ost geäußert, über das es in den vergangenen Jahren – wie berichtet – bereits wiederholt kontroverse Diskussionen gab. Unter anderem hatten Anwohner der Lütken Geist massive Bedenken geäußert. Andreas Kurz erläuterte, dass die Stadt zur Erarbeitung eines funktionierenden Hochwasserkonzepts fürs Neubaugebiet nun auf externe Hilfe, ein Fachbüro aus Hamburg, zurückgegriffen habe.

Kern des Ganzen sei, dass das Regenwasser unbedingt nach Osten abgeleitet werden müsse. Andernfalls gebe es an der Lütken Geist bei Starkregenfällen arge Probleme – sprich vollgelaufene Keller. Auch ein Regenrückhaltebecken könne dies nicht verhindern. Um Hochwasserschutz zu gewährleisten, müsse es im Plangebiet von Albachten-Ost zwangsläufig Aufschüttungen geben: „Das Gelände muss modelliert werden.“

Maßgeblich entscheiden über die Änderung des Flächennutzungsplans soll am 17. März der Rat der Stadt Münster. Die Bezirksvertretung stimmte der Änderung ihrerseits zu. Allerdings fordert sie, dass die Bürger im Vorfeld weiterer Planungen ein Wörtchen mitreden können. Deshalb soll es – und das sei möglich, versicherte Stadtplaner Andreas Kurz – noch vor dem 22. April eine Informationsveranstaltung zu Albachten-Ost geben, notfalls auch digital. Dabei soll auch das Entwässerungskonzept detailliert vorgestellt werden.

Darüber hinaus sprach sich die BV West gegen die Stimmen der CDU dafür aus, das bislang im Flächennutzungsplan als Feuerwehrstandort vorgesehene Neubaugebiet-Terrain zur Allgemeinbedarfsfläche für soziale Zwecke zu machen. Dies vor dem Hintergrund, dass es bekanntlich mehrheitlicher politischer Wille ist, das neue Albachtener Feuerwehrhaus im Ortskern an der Dülmener Straße anzusiedeln.

Da der Flächennutzungsplan notgedrungen zügig „durchgewunken“ wurde, ist schon jetzt programmiert, dass es am 22. April bei der Auseinandersetzung mit demBebauungsplan für Albachten-Ost in der BV West lange und angeregte Diskussionen geben dürfte.

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