Albachtener Krötenretter Reinhard Brahm hofft auf Unterstützung

Ein Herz für bedrohte Amphibien

Münster-Albachten

Einsatzfreudiger Mitstreiter gesucht: Wer Zeit und Lust hat, sich im kommenden Frühjahr in Albachten ehrenamtlich als Helfer bei der Laichwanderung von Amphibien zu engagieren, der wird um Mithilfe gebeten.

Thomas Schubert

Hat sich seit über einem Jahrzehnt dem Amphibienschutz verschrieben: Der Albachtener Reinhard Brahm, der in jedem Frühjahr bei der Krötenwanderung im Einsatz ist und dafür im nächsten Jahr dringend auf Verstärkung hofft. Foto: sch/ohw

Ist die Rede vom Thema „Amphibienschutz“, dann kennt sich der Albachtener Reinhard Brahm sehr gut aus: Seit mittlerweile weit mehr als einem Jahrzehnt hat sich der 83-Jährige in seiner Nachbarschaft dem ehrenamtlichen Einsatz während der alljährlichen Laichwanderung von Kröten und Fröschen verschrieben. Auch in diesem Frühjahr war er wieder aktiv, um die Tiere davor zu bewahren, dass sie auf dem Weg in ihre Laichgewässer überfahren werden.

Das Terrain, das Brahm mit großem Engagement betreut, ist recht groß. Es erstreckt sich über die Steinbrede und die Sunnenheide bis hin zur Autobahnbrücke an der Osthofstraße. Seit dem vergangenen Jahr hat er dabei mit Rita Honow eine Mitstreiterin. Doch beiden wäre es lieb, im nächsten Frühjahr bei der Aktion Unterstützung zu bekommen. Sie werden halt nicht jünger.

Laichwanderung begann am 25. Februar

„In diesem Jahr begann die Krötenwanderung bei schönem Wetter ganz überraschend am 25. Februar“, berichtet Brahm. An diesem ersten Wanderungstag bewahrte er 13 Kröten und Frösche sowie einen Lurch, so belegen es seine Aufzeichnungen, vor dem drohenden „Asphalttod“ auf der Straße und brachte sie sicher ins angestammte Laichgewässer. Eine Kröte wurde allerdings überfahren.

In dem Bereich, in dem in den vergangenen Jahrzehnten das Gewerbegebiet Steinbrede entstand, habe es früher Teiche und Gräben sowie sumpfiges Terrain gegeben, weiß Reinhard Brahm. Das sei auch heute in Teilen noch der Fall. Obendrein sei neben der Gautzsch-Niederlassung ein Löschteich vorhanden.

Deshalb verwundere es nicht, dass es dort nach wie vor Amphibien gebe. Deren Population sei nicht riesig, aber beachtens- und schützenswert, meint der passionierte Krötenretter. Zumal sich die Zahl der Tiere allgemein betrachtet aufgrund sich ändernder Umweltbedingungen leider verringere.

Nach dem Start am 25. Februar ging es in diesem Jahr im Hinblick auf die Laichwanderungsaktivitäten auf und ab. Eine Kältewelle verdarb den Tieren die Wanderlust zu ihren Laichgewässern, und sie stellten ihre Aktivitäten vorübergehend ein. Dann wurde es wieder wärmer, und alles ging wieder von vorne los. Reinhard Brahms und Rita Honows tatkräftiger Einsatz war gefragt.

Tiere werden von Hand aufgesammelt

Im Gegensatz zu vielen anderen Krötenrettern arbeitet das Albachtener Duo ohne Krötenzäune und Auffangeimer. Da die Laichwanderung bei passendem Wetter mit einbrechender Dunkelheit über die Bühne geht, sind die beiden abends ab etwa 21 Uhr für rund anderthalb Stunden auf Achse. Sie sammeln die Tiere allesamt von Hand auf.

An einem Tag, an dem besonders viele Tiere unterwegs waren, setzten sie dabei sogar ein Auto ein, mit dem sie langsam und mit eingeschalteter Warnblinkleuchte die Strecke abfuhren.

Am heutigen Samstag – quasi zum Ausklang der Saison – wollen Brahm und Honow noch ein weiteres Mal nach laichwandernden Amphibien Ausschau halten. Die beiden sind ein eingespieltes Team.

Die somit beinahe abgeschlossene Wanderungsbilanz 2021 im Süden Albachtens sieht laut Reinhard Brahm bislang folgendermaßen aus: 250 Kröten und Frösche konnten gerettet werden, allerdings wurde auch 50 Exemplare überfahren. Hinzu kommen noch 40 Lurche, die aufgesammelt wurden, elf fielen dem „Asphalttod“ zum Opfer. Lurche seien allerdings nur in den Anfangswochen unterwegs gewesen, sagt Brahm.

Kröten wandern nicht nur, sie sitzen auch am Straßenrand.

Der 83-Jährige hofft auf Unterstützung im kommenden Jahr: „Um die erforderliche  Schnelligkeit bei der Krötenrettung zu garantieren, würden wir uns über einen dritten Helfer freuen. Er könnte unsere Arbeit erheblich erleichtern. Gefragt ist eine gute Beobachtungsgabe, ein flinker Zugriff, keine Angst vor schlechtem Wetter und Durchhaltevermögen, denn Kröten wandern nicht nur, sie sitzen auch am Straßenrand, sie hocken im Randgrün, auf Bordsteinen- und Begrenzungssteinen und unter Sträuchern.“  Nicht am Rand aufgespürte Kröten würden leider schnell Opfer des Autoverkehrs.

Wer Reinhard Brahm und Rita Honow 2022 als Krötenretter unterstützen will, der kann das Duo unter Telefon 02536 / 65 17 oder per E-Mail (reinhardbrahm@gmx.de) erreichen.

Startseite