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Albachtener ärgern sich über nächtliche Ruhestörungen im Offerbachpark

„Polenböller“ und Corona-Verstöße

Münster-Albachten

Jugendcliquen sollen im Albachtener Bürgerpark abends für Unruhe sorgen. Das müsse aufhören, heißt es von der betroffenen Nachbarschaft.

Thomas Schubert

Der Pavillon im Albachtener Offerbachpark: Immer wieder sollen sich dort Jugendliche zu später Stunde ruhestörend und ohne Corona-Schutzmasken versammeln, heißt es. Foto: sch

Kann man den Ausführungen des besorgten Albachteners Glauben schenken, dann kommt es im Offerbachpark schon seit längerer Zeit zu nächtlichen Ruhestörungen und Verstößen gegen die Corona-Restriktionen: In einer E-Mail an die Redaktion klagte der Anwohner des Osthofviertels – auch in Namen der Nachbarschaft – der Redaktion unserer Zeitung sein Leid. Mehrmals soll es in den vergangenen Wochen zu später Stunde Vorfälle gegeben haben, für die offenbar Jugendliche verantwortlich sind.

Ordnungsdiensts und Polizei verständigt

Den Schilderungen des Albachteners zufolge (er ist der Redaktion namentlich bekannt) gibt es im Bürgerpark „schon seit geraumer Zeit immer wieder nächtliche Ruhestörungen, sogar mit Polenböllern“. Rücksichtslose Jugendcliquen trieben dort ihr Unwesen. Ordnungsdienst und Polizei seien deshalb wiederholt telefonisch verständigt und um Hilfe gebeten worden.

Vor einigen Tagen sei es sogar der Fall gewesen, dass sich acht bis zehn Jugendliche unter dem Pavillon im Offerbachpark getroffen hätten, um „unter eindeutigen Verstößen gegen die Corona-Vorschriften“ – also ohne Schutzmasken und ohne Abstandseinhaltung – dort offensichtlich eine Party zu feiern, berichtet der Anwohner des Bürgerparks.

Er setzte sich nach eigenen Angaben deshalb mit dem städtischen Ordnungsdienst in Verbindung. Dieser sei gegen 22 Uhr angerückt, habe aber nicht viel bewirken können: Die jungen Leute hätten das Auftauchen des Einsatzfahrzeuges sofort bemerkt und schlagartig Reißaus genommen. Dadurch sei es ihnen gelungen, sich jeglichen Sanktionen des Dienstes, auch fälligen Bußgeldern, zu entziehen.

„Schon die Tatsache, dass sie beim Auftauchen des Ordnungsdienstes sofort die Flucht ergriffen, beweist eindeutig, dass sie vorsätzlich gegen die ihnen bekannten Corona-Vorschriften verstoßen“, meint der Albachtener.

Nicht mit Einsatzfahrzeug zum Pavillon

Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, die jungen Leute auf frischer Tat zu ertappen, zu identifizieren und mit Ordnungsgeldern zu belegen.

Bei der telefonischen Benachrichtigung des Ordnungsdienstes habe er ausdrücklich darum gebeten, nicht mit dem Einsatzfahrzeug zum Pavillon anzurücken. Denn schon des Öfteren sei es dazu gekommen, „dass die randalierenden Jugendlichen sich dem Zugriff des Ordnungsdienstes entziehen konnten, da sie das Einsatzfahrzeug bei Dunkelheit, unter anderem wegen der in den Park strahlenden Scheinwerfer, frühzeitig erkennen und sodann schnell fliehen konnten“, ärgert sich die Albachtener.

Er fordert, dass es nachts ab 21 Uhr ein Versammlungsverbot rund um den Pavillon im Bürgerpark geben müsse: „Ab diesem Zeitpunkt halten sich dort ohnehin nur Jugendliche auf, die sich bis in die tiefe Nacht mit Alkohol und unter lautem Lärm austoben.“

Effektive Maßnahmen gegen „nicht hinnehmbare Zustände“

Es sei Zeit, dass auf die „nicht hinnehmbaren Zustände“ im Park hingewiesen werde. Das Treiben der Jugendlichen müsse zum Schutze der Anlieger als unmittelbar Betroffene „endlich mit effektiven Maßnahmen unterbunden“ werden.

Eine kurzfristige Stellungnahme zum Thema war vom städtischen Ordnungsamt am Donnerstag trotz wiederholter telefonischer Kontaktversuche leider nicht zu bekommen. Vize-Amtsleiter Michael Thomas ließ ausrichten, dass er für eine Presseanfrage an diesem Tag keine Zeit habe.

Anders sah es indes bei der Polizei Münster aus. Deren Pressesprecherin Vanessa Arlt hob hervor, dass es aus polizeilicher Sicht durchaus möglich sei, bei Einsätzen, verdeckt vorzugehen, wenn dies taktisch erforderlich sei. Beispielsweise dann, wenn Fluchtgefahr bestehe. Dann könne im Falle des Falles auch aufs Einsatzfahrzeug verzichtet werden.

Dass in einem öffentlich zugänglichen Park ein Versammlungsverbot verhängt werden könne, halte sie „pauschal für nicht umsetzbar“, so die Polizeisprecherin. Möglich sei allerdings, dass gegen ertappte Ruhestörer zeitlich befristete Platzverweise ausgesprochen werden könnten.

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