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Tendenz macht sich bemerkbar

Urnenbestattungen auf dem Albachtener Friedhof überwiegen

Münster-Albachten

Bei rund 75 Prozent der Bestattungen auf den städtischen Friedhöfen Münsters handelt es sich mittlerweile um Urnenbeisetzungen. In diese Richtung geht es auch auf dem eher ländlichen Friedhof in Albachten. Auch dort überwiegt schon die Zahl der Urnenbestattungen.

Von Thomas Schubert

Blick auf einige Urnenwahlgräber des Albachtener Friedhofs. Neun Mal wurde diese Bestattungsart im vergangenen Jahr gewählt. Foto: sch

Stirbt ein Mensch, dann führt ihn der letzte Weg im Regelfall auf einen kommunalen oder kirchlichen Friedhof. Viele Menschen äußern schon vor ihrem Ableben den Wunsch, wie sie beigesetzt werden möchten. In dieser Hinsicht gibt es eine klare Tendenz, was sich mittlerweile auch am Beispiel des Albachtener Friedhofs zeigt: Die Erdbestattungen gehen zurück.

Auf den städtischen Friedhöfen in Münster ist die Zahl der Feuerbestattungen in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Mittlerweile würden etwa 75 Prozent der Bestattungen auf Urnenbeisetzungen entfallen, sagt Felix Erhart, Betriebsleiter der städtischen Friedhöfe. Der Blick auf seine Statistik zeigt, dass es auch im ländlichen Albachten in diese Richtung geht: Dort gab es im vergangenen Jahr 18 und im Jahr davor 15 herkömmliche Erdbestattungen im Sarg. Diesen standen im vergangenen Jahr 24 Urnenbeisetzungen gegenüber. Anno 2020 waren es noch 22 gewesen.

Neun Mal wurden im vergangenen Jahr für die Bestattung Urnenwahlgräber ausgesucht. Bei diesen kann die 30-jährige Nutzungszeit verlängert und ihre Lage individuell ausgesucht werden. Zudem dürfen sie mit bis zu vier Urnen belegt werden.

Fünf Mal beigesetzt wurden Verstorbene laut Erhart im vergangenen Jahr in Urnenreihengräbern, denen nur innerhalb der ersten zehn Jahre ihrer 30-jährigen, nicht verlängerbaren Nutzungsdauer noch eine zweite Urne hinzugefügt werden darf.

Seit 2017 gibt es ein Kolumbarium

Bereits seit dem Jahr 2017 gibt es auf dem Albachtener Beerdigungsterrain ein Kolumbarium, eine aus mehreren Modulen bestehende Wand, in deren 30 Nischen jeweils bis zu zwei Urnen beigesetzt werden können. Jede der Nischen mit 30-jähriger verlängerbarer Nutzungsdauer kann bis zu zwei Urnen aufnehmen. Allerdings wird diese Grabart bislang eher selten gewählt: Im Jahr 2020 wurde sie ein Mal in Anspruch genommen, im vergangenen Jahr dann drei Mal.

Urnen werden in Rasenfläche bestattet

Ebenfalls noch wenig Gebrauch gemacht wird in Albachten laut Felix Erhart von der Möglichkeit, einer Beisetzung im Wahlgrab am Urnenbaum. Um den Baum herum können in einer Rasenfläche bis zu zwei Urnen je Grabstätte bestattet und mit einer ebenerdig verlegten Namenstafel gekennzeichnet werden. Auch dabei beträgt die Nutzungszeit 30 Jahre. Vier Mal wurde im vergangenen Jahr diese Art der Bestattung in Anspruch genommen, 2020 war dies drei Mal der Fall. Darüber hinaus wurde im Jahr 2021 drei Mal von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Urnen in ein klassisches Wahlgrab zu geben.

Vorab mit den Angehörigen sprechen

Dass auch in Albachten bereits mehr als die Hälfte der Hinterbliebenen Urnenbestattungen der traditionellen Sargbestattung in Reihen- und Wahlgräbern den Vorzug geben, ist nach Ansicht des städtischen Fachmanns nicht zuletzt auch der demografischen Entwicklung geschuldet. Wer weit entfernt wohne, habe es schwer, sich um die kontinuierliche und mitunter auch aufwendige Pflege der erheblich größeren Sarggräber zu kümmern. „Oftmals sind es auch die Eltern, die noch zu Lebzeiten sagen: Das können wir unseren Kindern nicht zumuten“, weiß Felix Erhart. Deshalb empfehle die Friedhofsverwaltung, darüber schon vorab mit den Angehörigen zu sprechen.

Woran indes so gut wie nie gespart wird, ist an der Art des Urnenbehältnisses. Nach der Einäscherung eines Verstorbenen im Krematorium wird dessen Asche in eine einfache Aschekapsel gefüllt. Nur eine verschwindend geringe Minderheit nutze diese für die Bestattung. So gut wie immer würden die Kapseln in eine Schmuckurne gegeben und diese dann beigesetzt, so der städtische Friedhofsbetriebsleiter.

„Schöne, intakte Friedhofskultur“

Auf das seit 1967 existierende, 1988 erweiterte und fast 1,5 Hektar große Bestattungsterrain an der Osthofstraße mit seinem reichhaltigen Baum- und Strauchbestand hält Felix Erhart große Stücke: Dort gebe es noch „eine schöne, intakte Friedhofskultur“, was man an den vielen angelegten und liebevoll gepflegten Gräbern sehe.

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