SV Concordia Albachten

„Wir wollen den Kunstrasenplatz“

Münster-Albachten

Trotz kritischer Stimmen hält die Stadt Münster am Bauprojekt für Concordia Albachten fest.

Thomas Schubert

Auf der Sportanlage des SV Concordia entsteht derzeit der vom Verein lange Jahre ersehnte Kunstrasenplatz. Auch im Zeichen der aktuellen Diskussion um Mikroplastik auf den Kunstrasenspielflächen hält die Stadt am Bau des Areals fest. Foto: sch

Darüber, dass Mikroplastik eine Gefahr für die Umwelt darstellt, gibt es unter Experten keinen Zweifel. Mikroplastik-Granulat kommt unter anderem auch auf vielen Kunstrasenplätzen zum Einsatz, um die Spielflächen komfortabel, gelenkschonend und optimal nutzbar zu machen. Doch mittlerweile gibt es in der Europäischen Union – wie berichtet – Überlegungen, die weniger als fünf Millimeter großen Kunststoffteilchen auf Sportplätzen in absehbarer Zeit zu verbieten. Von 2020 ist die Rede. Lange war das ein bedrohliches Szenario für den SV Concordia. Doch es gibt Entwarnung.

Auf dem Sportgelände an der Hohen Geist wird derzeit der heiß ersehnte Kunstrasenplatz gebaut. Etliche Jahre haben die Concorden für das Kunstrasenareal gekämpft. Umso größer war die Freude, als die Stadt das Projekt vor einigen Wochen in Angriff nahm. Läuft alles nach Plan, dann soll der Platz um den 20. August fertig werden. Die Fußballer des Vereins blicken der Fertigstellung bereits freudig und gespannt entgegen. Käme es demnächst zu einem Verbot von Plastikgranulat und in diesem Zusammenhang zu einer Stilllegung des Kunstrasenplatzes, dann wäre dies für den Sportverein ein Desaster. Aber das Thema ist vom Tisch.

„Wir wollen den Kunstrasen. Wir brauchen ihn und sind total auf ihn angewiesen“, unterstreicht Heinrich Schulze Blasum, Vize-Vorsitzender des SV Concordia. Für die Vielzahl der Jugendmannschaft sowie unter anderem auch dafür, den Spiel- und Trainingsbetrieb ganzjährig aufrecht zu erhalten, werde das neue Kunstrastenareal dringend gebraucht: „Es gibt keine Alternative für uns“, stellt Schulze Blasum klar.

Die Verantwortlichen des SV Concordia wussten von den Verbots-Überlegungen der Europäischen Union. Man sei alles andere als glücklich darüber gewesen, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Wäre es zu einem Verbot gekommen, dann sei die Stadt, die dem Verein den Platz bauen lasse, der Ansprechpartner. Sie hätte die Kosten für einen möglichen Austausch des Granulats gegen einen anderen Füllstoff tragen müssen.

Sicher sei aus seiner Sicht jedoch, so Schulze Blasum weiter, dass Mikroplastik-Granulat auf einem Kunstrasenplatz weder für die Spieler noch für Zuschauer gesundheitsschädlich sei. Kritisch werde vielmehr weiterhin gesehen, dass es in die Kanalisation und damit in den Wasserkreislauf gelangen könne.

Während Medienberichten zufolge andernorts Stimmen laut wurden, die das Ausbringen von Plastik-Granulat oder auch den Bau neuer von Kunstrasenflächen verhindern wollten, hielt die Stadt an ihren Planungen fest: „Wir lassen den Platz in Albachten wie geplant bauen“, betonte jüngst noch Kerstin Dewaldt, Leiterin des Sportamts.

Überhaupt: Zurzeit sei noch gänzlich ungeklärt, ob es überhaupt zu einem Verbot des Granulat-Einsatzes komme. In dieser Frage sei „noch alles völlig offen“. Setze man statt Mikroplastik-Granulat auf Kunstrasenplätzen Kork oder Sand ein, dann sei dies Fachleuten zufolge alles andere als eine identische Alternative.

Nun die Wende: Zwischenzeitlich hat die nordrhein-westfälische Landesregierung in Aussicht gestellt, dass ein mögliches Verbot von Mikroplastik als Einstreugranulat in Kunstrasenplätzen nur die Zukunft betreffen werde. Bestehende Plätze müssten nicht sofort erneuert oder gar stillgelegt werden, heißt es. Bleibt es dabei, dann wird man sich in Albachten vermutlich ganz besonders darüber freuen.

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