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Amelsbürener Jahreskalender 2022 mit alten Dorfansichten

Als auf Freitags Weide die Kühe grasten

Münster-Amelsbüren

Richard Vennemann und Dr. Theodor Kock haben einen Jahreskalender mit alten Amelsbürener Ortsansichten angefertigt. Der Erlös dient ausschließlich caritativen Zwecken.

Von Michael Grottendieck

Eine Dorfansicht von Süden auf die Kirche St. Sebastian. Links im Bild ist Freitags Wiese mit Gasthaus zu sehen. Das Foto entstand vermutlich um 1940. Foto: Archiv Vennemann

Der Emmerbach befand sich vor einigen Jahrzehnten viel näher am Dorf Amelsbüren vorbei. Den großen Parkplatz oder Festplatz, der seit kurzen auch postalisch Lailly-en-Val-Platz heißt, gab es bis in die 1960er Jahren nicht.

Der neue Jahreskalender mit historischen Aufnahmen aus dem Davertdorf zeigt eine Aufnahme aus dem Jahr 1955, wie sich das Gewässer direkt hinter dem Alten Pfarrhaus, dem heutigen Jugendheim und dem Haus Schüring vorbeischlängelt.

Kenner der Amelsbürener Ortsgeschichte wie Richard Vennemann und Dr. Theodor Kock geben zur Erläuterung der längst vergangenen Ortsansichten einige Hinweise. Für die Regulierung des Emmerbaches geben sie das Jahr 1963 an.

Kenner der Ortsgeschichte

Seit Mitte der 1980er Jahren haben die Autoren Ekkehard Enselein, Richard Vennemann sowie Dr. Martin Berger Dokumente und Schilderungen zur Amelsbürener Ortsgeschichte in Buchform vorgelegt. Später stieß Dr. Theodor Kock hinzu. Jetzt präsentieren Kock und Vennemann erstmals einen Kalender mit Fotografien zur Ortsgeschichte.

Die beiden verfolgen damit einen guten Zweck. Der Erlös aus dem Verkauf des Kalenders (20 Euro) geht zu gleichen Teilen an das Familienhaus am UKM sowie an das UKM Brustzentrum. Die beiden wissen um die segensreiche Arbeit, die in den zwei Einrichtungen geleistet wird.

Das älteste Bild

Das älteste Bild stammt aus der Zeit um 1900. Vier festlich gekleidete junge Frauen haben sich an einen Tisch gesetzt. Das Bild entstand vor der Gaststätte Wiedau. Ohne diesen Hinweis würde man es nicht erkennen. So aber entdeckt man schnell mit etwas Ortskenntnis, dass dieses Arrangement mitten auf Kreuzung des Kappenberger Dammes erfolgt war.

Die Auswahl ist wohl überlegt, die Vielfalt ist enorm. Oftmals staunt man darüber, was sich verändert, aber auch erhalten hat. Der Ortskern Amelsbürens ist in großen Teilen über die Jahrzehnte erkennbar geblieben. Vennemann und Kock präsentieren ein Bild von der Davertstraße am nördlichen Ortsausgang. Dort befanden sich das Schwesternhaus, das Armenhaus und das Haus Hohenhorst mit Kohlenhandlung und Lebensmittelgeschäft. Die ehemalige Mühle an der Davertstraße, die Schule in der alten Küsterei oder die Kirche mit reicher Ausmalung der Deckengewölbe dürfen nicht fehlen.

Dorfkneipe, Poststelle und Standesamt

Die Alte Post ist ebenfalls vertreten. Mit dem Handkarren wurden Briefe und Pakete von der Bahnhaltestelle zur Poststelle transportiert, weiß Vennemann. Er benennt ein weithin unbekanntes Detail: Die Post diente zeitweise als Standesamt. Dorfkneipe, Poststelle und Standesamt unter einem Dach – heute klingt das schier unglaublich.

Der Verkauf des handgefertigten Kalenders erfolgt im Reisebüro Amelsbüren und bei Richard Vennemann. Die Auflage beträgt 100 Stück.

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