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Jahresabschlusskonzert: Ensemble „30-12“ musste kurzfristig umdisponieren

Barocke Klänge überwiegen

Münster-Amelsbüren

Bei dem traditionellen Jahresabschlusskonzert in St. Sebastian musste das Ensemble „30-12“ um Annette Weßler-Enselein kurzfristig umdisponieren. Das Programm konnte dennoch überzeugen. Das Publikum spendete reichlich Applaus.

Von Andreas Hasenkamp

Unerwartete Besetzung: Thomas Enselein, Elke Cernycev, Dietmar Thönnes (Blockflöte), Arntraud Knappe und Annette Weßler-Enselein spielten zum Jahresabschluss in der St.-Sebastian-Kirche auf. Foto: anh

Aus sechs Musikern wurden fünf, auf das Fagott musste verzichtet werden – und doch ging anscheinend die Erwartung von Annette Weßler-Enselein vom Ensemble „30-12“ in Erfüllung.

Sie wünschte zum Konzert in St. Sebastian am Vorabend von Silvester „eine froh machende und besinnliche Stunde.“ Diesmal mit teils anderen, für dieses Traditions-Kammerkonzert ungewohnten Klängen. Krankheitshalber hatten die Musiker umstellen müssen – bei der Besetzung und beim Programm. Für Lennard Foremny (Fagott) und Uta Foremny (Flöte) sprang Arntraud Knappe mit ihrer Querflöte ein, dazu kamen Dietmar Thönnes (Blockflöte), Annette Weßler-Enselein (Flöte), Thomas Enselein (Violoncello) und Elke Cernycev, unter anderem am Cembalo.

Fleiter-Orgel tritt hinzu

Fast nur barock ging es zu. So ergab sich eine besondere Idee: Die Fleiter-Orgel in St. Sebastian trat mitten im Programm mit einem Werk der Romantik aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu. Gespielt wurde Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate c-Moll op. 65 Nr. 2.

„Das ist ein schönes Instrument“, sagt Elke Cernycev über die Fleiter-Orgel in St. Sebastian. Eine Orgel in das Kammerkonzert einzubinden, schaffe eine klangliche Abwechslung – noch dazu, weil hier Mendelssohn zu all den Werken des Barock trat. Wobei alle Werke Sonaten seien. Die Idee kam von Annette Weßler-Enselein und fand offensichtlich Elke Cernycevs Gefallen. Die langsamen Sätze dieser Sonate sind liedhaft und einfallsreich – auch insofern fügten sie sich in das von Tempo und Schwung geprägte Konzert.

Querflöte, Blockflöte, Cembalo

Zu diesem Solo kamen unterschiedliche Varianten im kammermusikalischen Teil. Ein Trio: Querflöte, Blockflöte, Cembalo. In Joseph Bodin de Boismortiers Sonate D-Dur op. 37/3 kommt jedes Instrument klanglich noch einmal klarer zur Geltung. Fein spielten die Instrumentalisten, schön entwickelte sich auch der erste Satz von Johann Joachim Quantz Sonate g-Moll, das dem Entfalten der Melodie ein „Allegro ma non tanto“ gönnt. Vivace, als munteres Zwitschern der Flöten, endet diese Sonate.

Zum Finale spielten die fünf dann Telemann, die Tafelmusik II, eine späte höfische Tafelmusik von ausuferndem Reichtum an Gedanken. Reich war der Applaus, das Konzert gut besucht. Zwei Verbeugungen, allerdings keine Zugabe.

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