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Paukenschlag vor den Wahlen

Die SPD fordert Schmidt heraus

Münster-Hiltrup/A...

Auf den letzten Metern im Kommunalwahlkampf sorgt die SPD für eine handfeste Überraschung. Sie präsentiert einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters.

Michael Grottendieck

Friedhelm Schade strebt für die SPD das Amt des Bezirksbürgermeisters an, sofern sich dafür eine politische Mehrheit ergibt. Foto: Oliver Werner

„Wir sehen eine Mehrheit jenseits der CDU“, erklärt Simon Kerkhoff. Am Ende des Wahlkampfes verspürt der 21-jährige SPD-Vorsitzende in Hiltrup kräftigen Rückenwind, der die Genossen ermuntert, einen eigenen Kandidaten für das Bezirksbürgermeisteramt zu präsentieren. Antreten wird der 63-jährige Friedhelm Schade.

Bislang hatte lediglich der amtierende Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (73) seinen Hut in den Ring geworfen.

Der CDU-Politiker ist seit nahezu elf Jahren im Amt und damit Hiltruper Rekordhalter. Schmidt wird von seinen Parteifreunden nachgesagt, weiterhin voller Tatendrang und Ideen für eine weitere Legislaturperiode zu sein. Daher hatte er schon früh seine Bereitschaft signalisiert, für eine dritte Amtszeit anzutreten. Schmidt gilt als das Zugpferd der Hiltruper Christdemokraten, der weit über alle Parteigrenzen Respekt und hohe Anerkennung genießt. Zum Wohle der Bevölkerung habe Politik tätig zu sein, lautet sein Credo. Hiltrup als „Hochburg der Lebensqualität“ zu erhalten, sei sein Ziel.

Im Wahlkampf musste Schmidt wegen gesundheitlicher Beschwerden kürzer treten. Zu den politischen Erfolgen der letzten Legislaturperiode zählt er die Renovierung des Schulzentrum und der Stadthalle, die Ausweisung neuer Baugebiete sowie im Sommer die Fertigstellung des Bewegungsparkes in Hiltrup-Süd.

Diese Einrichtung erfreut sich bei den Jugendlichen auf Anhieb so großer Beliebtheit, dass die SPD eine ähnliche Skateranlage für Amelsbüren fordert.

Mittlerweile möchte die SPD deutlich mehr – sie möchte den Bezirksbürgermeister stellen. In der Bezirksvertretung verfügt die SPD aktuell über fünf Sitze, die CDU über neun. Das soll nach Ansicht der Sozialdemokraten nach dem 13. September anders werden. Die SPD möchte die CDU-Mehrheit knacken, wenn SPD und Grüne zulegen sollten. „Wir sehen unsere Chance“, erklärt Simon Kerkhoff selbstbewusst. Der Ortsvereins-Vorsitzende kandidiert für die SPD als Nummer eins und strebt den Posten des Fraktionschefs an. Die Hiltruper SPD habe an Friedhelm Schade den Wunsch heranzutragen, für das Bezirksbürgermeisteramt zu kandidieren.

Kerkhoff hält eine Mehrheit „jenseits der CDU“ in der Bezirksvertretung für möglich. Diese Chance wolle die SPD nutzen, um mit Friedhelm Schade einen Kandidaten aus den eigenen Reihen in das Amt des Bezirksbürgermeister zu wählen.

Sollte er Bezirksbürgermeister werden, wäre ihm ein möglichst großer Konsens zwischen den Parteien wichtig, erklärte Schade gegenüber unser Zeitung. Man könne nicht alles im Streit machen, wie es die CDU bei der Amelsbürener Mehrzweckhalle gemacht habe, zeigt er sich überzeugt. In Amelsbüren ist Schade Vorsitzender der SPD. Er gehörte wiederholt dem Rat an und war Präsident der AKG „Emmerbachgeister“.

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