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Wenn die Post nur noch unregelmäßig liefert

„Zehn Tage bis zur Zustellung – das sollte nicht vorkommen“

Münster-Hiltrup/Amelsbüren

Die Deutschen schreiben weniger Briefe. Das wirkt sich auf die Postzustellung aus, In Hiltrup und Amelsbüren klagten Postkunden zuletzt über einige Merkwürdigkeiten.

Von Michael Grottendieck

Auf die Zustellung von Briefen wurde in Hiltrup-West und Amelsbüren zuletzt tagelang gewartet. Foto: imago images/Fleig

Wenn tagelang keine Briefe ausgeliefert werden und dann kommt der Postbote mit einem T5-Transporter um die Ecke gefahren, um stapelweise Briefe zu verteilen, fällt so etwas in der Nachbarschaft auf. Es bleibt auch nicht bei der Erleichterung, dass jetzt die Post ankommt, auf die man bereits länger gewartet hat.

Ein zweiter Fall, der voller merkwürdigleiten steckt: Ein Amelsbürener berichtet, das die Postzustellung zehn Tage nicht funktioniert hat. Er sei es mittlerweile gewohnt, erzählt er, dass nur zwei bis drei Tage in der Woche eine Briefzustellung erfolge. Doch vor wenigen Tagen, am 22. Juni, fand er in seinem Postkasten einen Brief, der tatsächlich bereits am 10. Juni in Dortmund abgestempelt worden war. Da wurde er stutzig. Und es vergingen weitere zehn Tage, ehe das nächste Mal die Post kam.

Briefträger werden Verbundzusteller

„Zehn Tage – das sollte nicht vorkommen“, sagt dazu Achim Gahr, Leiter der Pressestelle der Deutschen Post und DHL in Düsseldorf gegenüber unserer Zeitung. Er habe Rücksprache genommen und könne sagen, diese Probleme seien mittlerweile abgestellt. „So etwas dürfte nicht mehr passieren“, versichert er.

Aber warum konnte es passieren? Gahr kommt auf Umstrukturierungen zu sprechen. Ein Mal im Jahr schaue sich die Post genau an, wie viele Briefe, Päckchen und sonstige Sendungen in den jeweiligen Bezirken zugestellt werden. Werden bei den sogenannten Bemessungen größere Veränderungen festgestellt, kommt es zu einer Veränderung der Zustellbezirke.

Zunehmend werden klassische Briefträger zudem zu Verbundzustellern. Heißt: Sie liefern auch Päckchen und kleine warentragende Zustellungen aus, wie es im Fachjargon heißt. Daran müssten sich einige Zusteller erst gewöhnen, die Rhythmen müssten sich einspielen. Diese Anpassungen wurden zuletzt im Juni vorgenommen.

Wie auf dem Lande

Hintergrund ist nach Angaben des Post-Sprechers das sinkende Briefaufkommen. Es würden weniger Briefe geschrieben – von den Urlaubspostkarten ganz zu schweigen. Liegt eine Straße zudem am äußersten Ende eines Zustellbezirks, der mit dem Fahrrad nicht zu bewältigen sei, dann könne es vorkommen, dass die Briefe mit dem Postbulli zugestellt werden.

Dann ist das in etwa so, wie man es schon immer auf dem Lande und in den Bauerschaften kannte.

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