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Bundestagskandidat besucht Alexianer-Tischlerei

Arbeiten auf Augenhöhe

Münster-Angelmodde

Stippvisite im Stadtteil Angelmodde: Der CDU-Bundestagskandidat Dr. Stefan Nacke besuchte die Alexianer-Tischlerei im Gewerbegebiet Kaiserbusch. Er informierte sich zu Themen der Inklusion.

Von Markus Lütkemeyer

Dr. Stefan Nacke (l.) im Gespräch mit einem Mitarbeiter aus der Alexianer-Tischlerei. Ein großes Thema für die Beschäftigten sind die Löhne. Foto: mlü

Der CDU-Bundestagskandidat Dr. Stefan Nacke besuchte am Rande einer Wahlkampftour durch Angelmodde die Alexianer-Tischlerei im Gewerbegebiet Kaiserbusch. Er informierte sich zu Themen der Inklusion.

Für den Landtagsabgeordnete aus Hiltrup war die Stippvisite ein Heimatbesuch, stammt er doch aus Angelmodde und war als Jugendlicher in der St.-Bernhard-Gemeinde aktiv.

Fit machen für den Arbeitsmarkt

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen bieten Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderungen in der Berufswahl eingeschränkt sind. Doch längst geht der Trend in Richtung Inklusion – Menschen mit Behinderungen sollen nicht isoliert von der „Normalität“ leben und arbeiten. Das tagesstrukturierende Angebot im „AlexTischWerk“ richtet sich daher prinzipiell an jeden, der sich für den ersten Arbeitsmarkt fit machen möchte. Das betrifft beispielsweise auch Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge oder Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Stefan Nacke ließ sich die modernen Produktionsstätten zeigen und sprach mit einigen Mitarbeitern. Der Geschäftsleiter Norbert Mussenbrock wünscht sich eine Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer auf Augenhöhe. „Wir hätten gerne, dass die Handwerkskammer die Prüfungen bei uns abnimmt. Unsere eigenen Zertifikate sind auf dem ersten Arbeitsmarkt leider nicht viel wert.“ Nacke will sich erkundigen und ein klärendes Gespräch mit der Kammer führen.

Mitarbeiter wollen mehr als 1,50 Euro pro Stunde

Ein großes Thema unter den 90 Beschäftigten sind die Löhne. Bundesweit wird in Behindertenwerkstätten ein Stundenlohn von rund 1,50 Euro gezahlt. Gerechtfertigt wird das unter anderem damit, dass die Mitarbeiter betreut werden und keiner Leistungsverpflichtung unterliegen.

Dennoch wurde der Wunsch geäußert, zukünftig mit dem Mindestlohn bezahlt zu werden – dann müssten die Mitarbeiterlöhne nicht über das Sozialamt aufgestockt werden. „Da geht es auch um Wertschätzung“, zeigte Mussenbrock Verständnis. Doch das Vergütungssystem der Werkstätten sei komplex und die Debatte verfahren.

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