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Ukraine-Flohmarkt bringt 7500 Euro Spenden

„Damit hat niemand gerechnet“

Münster-Südost

Ein Flohmarkt an drei Standorten gleichzeitig – das gab es im Südosten von Münster noch nie. Mit der Aktion wollen die Organisatoren die Flüchtlinge aus der Ukraine unterstützen. Jetzt steht die Spendensumme fest.

Von Markus Lütkemeyer

Michaela Heuer vom Partnerverein Münster-Lublin (v.l.), Nadine Tenhagen, Daniel Pecnik, Stephan Pahl und Bezirksbürgermeister Peter Bensmann freuen sich über die Spendensumme. Foto: mlü

Auf dem großen Flohmarkt zugunsten der Ukraine-Hilfe spielten sich am vergangenen Sonntag teils rührende Szenen ab. Drei junge Mädchen hatten auf dem Marktplatz in Wolbeck einen Stand aufgebaut und dort selbstbemalte Steine verkauft. Irgendwann kamen sie mit einer roten Herzkiste zu Daniel Pecnik, einem der Organisatoren. In der Kiste: 124 Euro. „Beinahe hätte es mich da erwischt, ich musste meine Tränen wirklich zurückhalten.“

Zeitgleich wedelte am zweiten Flohmarkt-Standort im Pfarrzentrum St. Bernhard ein Mann mit einem 100-Euro-Schein. Dort war Stephan Pahl am Start und erinnert sich noch genau, was der Mann zu ihm gesagt hat: „Ich habe meine Maske vergessen und kann nicht reinkommen. Ich will auch gar nichts kaufen. Nehmen sie einfach das Geld.“

Nadine Tenhagen war am Sonntag der Ansprechpartner für den dritten Flohmarkt-Standort in Gremmendorf an der Idaschule. Sie kann noch gar nicht glauben, wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist: „Ich hatte maximal mit der Hälfte gerechnet.“

Bezirksbürgermeister Bensmann ist richtig stolz

Die Einnahmen aus den drei Flohmärkten gehen zu 100 Prozent an den Partnerverein Münster-Lublin. Das Geld wurde bereits überwiesen: 7533,47 Euro konnte der Schirmherr der Veranstaltung, Bezirksbürgermeister Peter Bensmann, zur Bank bringen. „Ich hatte das Kleingeld in einer großen Werkzeugkiste verstaut. Ich glaube, die Frau am Banktresen hatte etwas Angst vor mir. Ich habe ihr ganz schnell versichert: ,Nein, nein, ich bringe Geld mit!’“

Einen großen Dank spricht Bensmann allen Beteiligten aus – ausdrücklich auch der Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster, die kurzfristig das Pfarrzentrum St. Bernhard zur Verfügung gestellt hat. Das Schulamt hat für den Standort an der Idaschule den Toilettentrakt geöffnet, die Stadt Münster den Marktplatz Wolbeck zur Verfügung gestellt.

Viele Helfer haben mit angepackt. „Ich bin richtig stolz auf meinen Stadtbezirk“, sagt Bensmann.

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