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Postkartenaktion in Südost

Die Sternsinger kommen inkognito

Münster-Südost

Die Sternsinger sind auch im Südosten der Stadt unterwegs – allerdings klingeln sie nicht an den Haustüren, sie singen nicht und tragen keine Kronen: In der Kirchengemeinde St. Nikolaus verteilen sie stattdessen Segenskarten.

Von Markus Lütkemeyer

Pastoralreferent Thomas Hußmann mit Grußkarten und Segensaufklebern der diesjährigen Sternsingeraktion: „Die Abwägung war in diesem Jahr nicht ganz leicht.“ Foto: mlü

Die Umhänge bleiben im Schrank, es werden keine Kronen gebastelt: In der Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster sind die Sternsinger in diesem Jahr ohne Sterne und Gesang unterwegs. Statt an den Haustüren zu klingeln, stecken die Kinder eine Postkarte mit einem Segensgruß in den Briefkasten.

„Die Abwägung war in diesem Jahr nicht ganz leicht“, gesteht Pastoralreferent Thomas Hußmann. In Hiltrup und Gievenbeck fiel die Entscheidung beispielsweise ganz anders aus. Dort findet die Sternensingeraktion im Rahmen der Möglichkeiten zumindest annähernd wie gewohnt statt. Doch die neue Corona-Variante Omikron ließ die Kirchengemeinde St. Nikolaus vorsichtig sein – dazu kam die Frage nach der Außenwirkung.

Welches Zeichen setzt die Kirche, wenn sie jetzt Hausbesuche mit Singen durchführt, die Kinder gemeinsam Mittag essen, eine feierliche Aussendungsfeier ausgerichtet wird? „Ich stehe hinter dieser Entscheidung und unserer Lösung“, sagt daher Hußmann. „Die Kinder können etwas machen, ziehen durch die Straßen, sammeln Geld für einen guten Zweck – gehen aber kein Risiko ein.“

„Segensstationen“ in den Kirchen

12.000 Postkarten ließ die Kirchengemeinde drucken. Auf den Grußkarten wird auf eine „Segensstation“ in den Kirchen der Gemeinde verwiesen – dort können Barspenden eingeworfen werden und Segensaufkleber abgeholt werden. Spenden können aber auch überwiesen werden. „Manche Kinder haben mir erzählt, dass sie mit ihren Straßen schon durch sind, viele Gruppen werden aber auch erst am Samstag losziehen“, so der Pastoralreferent.

Hußmann ist aufgefallen: „Die Kinder sind engagiert dabei, obwohl sie nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, obwohl sie keine Kostüme tragen oder hier und da auch einmal Süßigkeiten an der Tür bekommen.“ Für ihn ist das ein gutes Zeichen. „Die Kinder machen es für den guten Zweck.“

Beim 64. Dreikönigssingen dreht sich alles um die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika. Hußmann wirbt: „Das Kindermissionswerk leistet gute Arbeit.“ Seit 20 Jahren betreut der Pastoralreferent Sternsinger. „Die Freude lässt nicht nach.“

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