Ratsbündnis will mehr Abstand zum Wald

Kontroverse um Wohndichte am Berdel

Münster-Südost

Wie dicht soll das Baugebiet südlich der Straße Berdel in Wolbeck geplant werden? Darüber gab es im Hauptausschuss eine Kontroverse. Knackpunkt ist der Abstand zum Wald im östlichen Plangebiet.

Markus Lütkemeyer

Am östlichen Rand von Wolbeck sollen bis zu 300 Wohneinheiten sowie eine Kita mit sechs Gruppen entstehen. Beschlossen wurde jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Foto: Stadt Münster

Drei große Wohnprojekte im Südosten der Stadt Münster haben wichtige Meilensteine erreicht. Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwochabend grünes Licht für einen neuen Wohn- und Schulstandort auf dem Westfalen-Gelände in Angelmodde gegeben. Beschlossen wurde außerdem der Bebauungsplan für das Wohngebiet südlich der Hiltruper Straße. Eine Kontroverse gab es dagegen zum geplanten Baugebiet südlich der Straße am Berdel in Wolbeck.

Im Wesentlichen geht es dabei um den Abstand zum Wald im östlichen Plangebiet. Das Ratsbündnis aus Grünen, SPD und Volt würde sich wünschen, dass zwischen Wohnbebauung und Wald 50 statt 30 Meter Freiraum bleiben. Dadurch werde der Wald geschützt und der Eingriff ins Grünland begrenzt, lautet das Argument. Ihr Prüfantrag wurde mit den Stimmen der Linken angenommen.

Debatte um Wohndichte

Um die dadurch verkleinerte Wohnfläche optimal zu nutzen, müssten dann aber zusätzliche Mehrfamilienhäuser anstelle von Einfamilienhäusern errichtet werden. Die CDU sieht das kritisch: „Wer in die Außenbereiche zieht, will doch gerade raus aus der Wohnung“, sagt der CDU-Ratsherr Martin Peitzmeier. Schon bei der bisherigen Planung seien viele Wolbecker nicht mit der hohen Wohndichte einverstanden. „Der Geschossbau wird in Wolbeck als Belastung wahrgenommen.“

Drei große Wohnprojekte im Südosten der Stadt Münster haben wichtige Meilensteine erreicht (v.l.): Der Wohn- und Schulstandort auf dem Westfalen-Gelände sowie die Baugebiete südlich Berdel und südlich der Hiltruper Straße. Foto: mlü

Das Ratsbündnis vertritt dazu eine andere Meinung: „Mehr als drei Viertel aller Haushalte in Münster sind Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten, die vor allem kleinteiligen Wohnraum in Mehrwohnungshäusern brauchen“, heißt es in dem gemeinsamen Prüfauftrag.

Startseite