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CDU und FDP verlieren je einen BV-Sitz, Grüne und SDP gewinnen je einen, Piraten ziehen neu ein

Politischer Umbruch im Südosten

Münster-Südost

Die Würfel sind gefallen. Bei der Kommunalwahl bestimmten die Wähler auch über die neue Zusammensetzung der Bezirksvertretung Münster-Südost. Und sie wirbelten das bekannte Bild des Gremiums ganz schön durcheinander.

Iris Sauer-Waltermann

Auch intern hatten die Parteien einige neue Kandidaten ins Rennen geschickt. Die Folge: veränderte Mehrheiten und insgesamt zehn neue Gesichter.

►  CDU : „Persönlich bin ich sehr enttäuscht“, kommentiert der amtierende Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner (CDU) das Kommunalwahl-Ergebnis. „Es sieht so aus, als ob sich sowohl im Rat als auch in der BV Südost eine bunte Mehrheit gegen die CDU formiert hat“, so Klenner weiter.

Wie berichtet, hat die CDU bei der Kommunalwahl im Südosten fast vier Prozent und einen Sitz in der Bezirksvertretung verloren. Auch die FDP verlor einen Sitz, SPD und Grüne dagegen gewannen je einen dazu. Neu im Gremium sind die Piraten mit einem Sitz. Durchaus möglich ist also, dass es mit dem politischen Wechsel demnächst auch einen neuen Bezirksbürgermeister gibt: In Frage käme Rolf Schönlau von der SPD.

►  SPD : Rolf Schönlau zeigte sich hocherfreut von dem Abstimmungsergebnis: „Wir haben im Wahlkampf viel gearbeitet und wurden belohnt“, so der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende. Nach der Wahl liegt Schwarz-Gelb nun gleich auf mit Rot-Grün (jeweils zusammen neun Sitze). Entscheidende Bedeutung könnte die neu in das Gremium gewählte Vertreterin der Piraten, Birgit Hemecker, haben. Rolf Schönlau kann sich gut vorstellen, „zusammen mit den Grünen und der neuen Vertreterin der Piraten die bisherigen Mehrheitsverhältnisse aufzubrechen“. Als Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters stehe er gerne zur Verfügung. Mit verschiedenen Sondierungsgesprächen werde bald begonnen.

►  Grüne : Reiner Borchert freut sich sehr über das Wahlergebnis, das seiner Fraktion einen zusätzlichen Sitz beschert: „Wir werden erstmals zu viert in der Bezirksvertretung Südost sitzen.“ Besonders begrüßt Borchert, dass sich mit dem gebürtigen Wolbecker Dirk Wimmer demnächst ein Grüner speziell um die Belange dieses Stadtteils kümmern wird. Auch zu den neuen Mehrheiten äußert sich Borchert: „Wie werden uns mit der SPD, aber auch mit der Piratin zusammensetzen“, prognostiziert er. „Für angemessen“ hält er es, demnächst einen Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau zu wählen. Dr. Michael Klenner könne er sich gut als Stellvertreter und ein Fraktionsmitglied der Grünen als zweiten Stellvertreter vorstellen.

►  FDP : „Mit einer Mischung aus Zufriedenheit und Enttäuschung“ reagiert Willi Schriek (FDP) auf das Wahlergebnis. Zwar muss er als Freidemokrat den Verlust von 1,3 Prozentpunkten sowie eines BV-Sitzes verkraften. Dieses Ergebnis entspreche aber dem bundes- und europaweiten Abwärtstrend der Freidemokraten. Positiv wertet Schriek, dass die FDP im Südosten „auf Bezirksebene das beste Ergebnis“ einfahren konnte.

► Piraten : „Bis gestern wusste ich gar nicht, wie wichtig meine Person sein kann“, sagt Birgit Hemecker mit einem Schmunzeln. In der Tat spielt die Piratin mit ihrem Sitz in der BV-Südost eine wichtige Rolle. Als Zünglein an der Waage könnte sie bei vielen Themen und auch bei der Wahl des Bezirksbürgermeisters den Ausschlag geben. „Ich werde mit keiner Partei eine Koalition eingehen“, erklärte die 53-Jährige den WN, „sondern stets im Einzelfall entscheiden.“ Was die Unterstützung eines Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters angeht, legte sie sich noch nicht fest.

►  Linke : Die Linke, die in der Vergangenheit einen BV-Sitz innehatte, trat aus Mangel an Kandidaten in Münster-Südost bei der Kommunalwahl nicht an.

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