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Vernissage mit Rosemarie Sprute

Rätselhafte Sibyllen im Gallitzin-Haus

Münster-Angelmodde

Unter den Titel „Sie sind im Bilde. Sibyllen und heilige Frauen“ hat die Künstlerin Rosemarie Sprute ihre Ausstellung im Gallitzin-Haus in Angelmodde gestellt. Die Vernissage findet am Samstag (25. April) statt.

Von Andreas Hasenkamp

Von der Sibylle Phrygia bis zu Apollonia eint Rosemarie Sprutes Gemälde das Thema der Frau. Ihre Werke sind ab Samstag (23. April) im Gallitzin-Haus zu sehen. Foto: anh

Sibyllen sagen dem Mythos nach die Zukunft voraus, meist in Rätseln. Doppeldeutig ist auch der Titel der Ausstellung der Künstlerin Rosemarie Sprute, die am Samstag (23. April) um 15 Uhr im Gallitzin-Haus eröffnet wird: „Sie sind im Bilde. Sibyllen und heilige Frauen“.

Wer Darstellungen von Sibyllen aus der Kunstgeschichte kennt, weiß um die Gemälde von Michelangelo und William Turner, den Tempel der Sibylle im Tivoli von Fragonard, die libysche und die cumaeische sowie die delphische Sibylle. Dazu Darstellungen von Tempeln oder Porträts, Figuren im Tempel, Sibyllen im Genter Altar von Jan van Eyck. Die Sibyllen von Rosemarie Sprute wollen erst einmal durchschaut und dechiffriert werden.

Historiker übernimmt Einführung

Helfen wird dabei bei der Vernissage der Historiker Dr. Hans Peterse, spezialisiert auf die frühe Neuzeit. Die Kunsthistorikerin Rosemarie Sprute schätzt gerade, dass er Historiker ist, nicht Kunsthistoriker. Am Dienstag und Mittwoch hängte sie mit ihrem Mann Bernhard, Ludwig Mädel, Hein Götting und Hans-Georg Dornhege von den Heimatfreunden Angelmodde die Bilder in beiden Stockwerken des Gallitzin-Hauses.

Sprute zeigt zudem einige Skizzen zu ihren Sibyllen-Werken. Einen weiteren Schlüssel zu den Werken liefern die Vorlagen des Malers Hermann tom Ring, die ein Monitor zeigt. Ebenfalls im Bilde eingefangen sind die Heiligen Frauen. Was sie mit den Sibyllen teilen, sei das Thema der Frau. In beiden, ob Apollonia von Alexandria, erkennbar am Zahn in der Zange, die sie hält, oder Isabella von Portugal oder Dorothea von Caesarea, spiegele sich eine Vereinnahmung oder Instrumentalisierung durch die Kirche. Sie dürften sich opfern, Gott dienlich sein – „da bin ich auch kirchenkritisch“, so die Künstlerin. Sie sollten gerade für das Spanien der nachmuslimischen Zeit die vollständige Christianisierung plakativ vermitteln.

Auf die Frauen-Ausstellung folgt im Sommer die Kunstmeile Südost. Später wird im Gallitzin-Haus ein sehr spezieller Blick auf Tiere, auch unbeliebte, geworfen – in Porträts.

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