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Pläne zum neuen Baugebiet südlich der Hiltruper Straße liegen zur Einsicht aus

Wohnquartier Angelmodde-Süd: 250 statt 198 Wohneinheiten geplant

Münster-Angelmodde

Dem Bürgerwunsch nach einer gemäßigten Wohndichte wurde nicht gefolgt: Mittlerweile ist sogar von 250 statt 198 Wohneinheiten im geplanten Baugebiet Angelmodde-Süd die Rede.

Markus Lütkemeyer

An der Kreuzung von Albersloher Weg und Hiltruper Straße entsteht südlich der Waldsiedlung das Baugebiet Angelmodde-Süd. Foto: mlü

Zwei Planungsvarianten für das neue Wohnquartier südlich der Hiltruper Straße wurden im April 2019 auf einer Bürgerveranstaltung zur Diskussion gestellt. Nahezu alle anwesenden Bürgerinnen und Bürger sprachen sich damals für das Szenario mit der niedrigeren Wohndichte aus. Eine Rolle spielte dabei die Sorge vor einem möglichen neuen sozialen Brennpunkt nahe der ebenfalls eng bebauten Waldsiedlung.

Dem Bürgerwunsch nach einer gemäßigten Bebauung wurde nicht gefolgt: Mittlerweile ist sogar von 250 statt 198 Wohneinheiten die Rede. Bis zum 6. November liegt der entsprechende Bebauungsplan im Stadthaus 3 zur Einsicht aus. Anschließend entscheidet der Rat der Stadt Münster über den Satzungsbeschluss. Dann kann die Erschließung und Vermarktung beginnen.

Der Zeitplan hat sich deutlich verschoben – ursprünglich hatte die Stadt Münster in Aussicht gestellt, noch im Jahr 2019 einen ausgearbeiteten Bebauungsplan präsentieren zu können. Warum es länger gedauert hat, ist allerdings auf den ersten Blick ersichtlich. Fast kein Element der beiden öffentlich vorgestellten Planungsvarianten findet sich noch in der Endfassung wieder. Es ist ein nahezu neuer Entwurf.

Was geblieben ist:

Die beiden Zufahrten zum neuen Wohnquartier liegen an der Hiltruper Straße. Die drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäuser werden direkt angrenzend zum Albersloher Weg und zur Hiltruper Straße angesiedelt. Niedrige Lärmschutzwände würden die oberen Etagen nicht schützen, hohe Wände wäre unansehnlich, deswegen setzen die Planer auf passiven Schallschutz. Die Wohndichte nimmt nach Süden zur offenen Landschaft hin ab, dort sind Einfamilien- und Doppelhäuser geplant. Im Schutzstreifen zur Hochspannungs-Trasse wird ein Grünstreifen angelegt.

Das ist neu:

Die Kita ist mit sieben statt fünf Gruppen deutlich größer dimensioniert. Der Standort liegt jetzt im Nordwesten hinter den Mehrfamilienhäusern und näher zur Haupteinfahrt in das Wohnquartier. Das war ein nachträglicher Wunsch der Verkehrsplaner: Damit soll der Bring- und Holverkehr möglichst herausgehalten werden. Ein öffentlicher Spielplatz befindet sich im Zentrum des Plangebietes. Bis auf die Erschließungsstraße sind alle Wege verkehrsberuhigt.

Kommentar von Markus Lütkemeyer

Der Markt schreit nach Wohnraum, junge Familien suchen dringend ein Zuhause. Gut, dass in Angelmodde-Süd neu gebaut wird! Trotzdem: Es ist es nicht in Ordnung, wie eng geplant wird.Erstens: Ausgewiesene Kenner der Waldsiedlung warnen bereits vor einer Verdichtung. Zweitens: Angelmodde hat keine intakte Nahversorgung – wer etwas besorgen will, fährt nach Wolbeck oder Gremmendorf. Auch beim neuen Wohnquartier wurde die Chance auf kurze Wege vertan, die zukünftigen Bewohner werden auf Geschäfte in Hiltrup-Ost angewiesen sein. Der Stadtteil wird dadurch nur weiter auseinandergetrieben. Drittens: Dass Mehr nicht besser ist, war das eindeutige Ergebnis der Bürgerbeteiligung.

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