Absehbare Folgen einer abgesagten Sitzung

Antragsflut wächst enorm

Münster-Hiltrup

Die Bezirksvertretung Hiltrup hatte vor wenigen Tagen ihre Sitzung abgesagt. Das könnte sich rächen. Viele Themen bleiben liegen und die Antragsflut wird anschwellen. Die nächste Sitzung verspricht ein Marathon zu werden.

Michael Grottendieck

Weitere Figuren der Alltagsmenschen wollte die Bezirksvertretung ankaufen. Aber mehr weiß man bis heute nicht. Foto: gro

Ob sie tagen wollen in den Pandemiezeiten, dürfen die Bezirksvertretungen der Stadt Münster autark entscheiden. Aus Vorsicht haben sich einige Gremien vertagt. Die Hiltruper haben es so für sich beschlossen. Auch im Westen hielt man es so. Im Südosten wie auch im Norden Münsters jedoch tagten die Stadtteilparlamente – zumeist mit abgespecktem Programm.

Was passiert nun mit den vielen Themen, die in der vergangenen Woche auf der prall gefüllten Tagesordnung der Bezirksvertretung Hiltrup standen?

Im Ältestenrat herrschte die Auffassung vor, das meiste könne in die nächste Sitzung Ende Mai geschoben werden. Schon jetzt zeichnet sich daher ab, dass der Verwaltung nur eine Ruhe vor dem Sturm gegönnt wird. Die Folgen werden unerbittlich sein.

15 Anträge und fünf Anregungen liegen bereits vor

Sage und schreibe 15 Anträge und fünf Anregungen standen auf der Tagesordnung. Selbst wenn anzunehmen ist, dass es nicht für jeden Antrag eine politische Unterstützung gibt, wäre eine Lawine an Arbeit auf die Verwaltung zugerollt. Die Parteien überbieten sich derzeit mit politischen Anträgen.

Diese Strebsamkeit hat sich bereits in den vergangenen Sitzungen abgezeichnet. Im Februar wurden zwölf Anträge und fünf Anregungen eingebracht. Ähnlich hoch war die Zahl auch in der Dezember-Sitzung.

Wenn die Kommunalpolitiker weiterhin so fleißig ihre Anliegen (und hoffentlich die ihrer Wähler) zu Papier bringen, dürften Ende Mai hochgerechnet bis zu 30 Anträge und knapp ein Dutzend Anregungen zur Verhandlung stehen. Und das neben den üblichen Anhörungen und Entscheidungen.

Mammutsitzung von dreieinhalb Stunden Dauer

Von daher ist nicht auszudenken, wie lange die nächste Sitzung andauern wird. Sie wird wieder ausufern. Die bislang letzte Sitzung im Februar war erst nach dreieinhalb Stunden beendet. Für den März wurde kein Termin angesetzt, im April ist er ausgefallen.

Es mag sein, dass bis Ende Mai, wenn die nächste reguläre Sitzung ansteht, ohnehin die meisten BV-Vertreter durchgeimpft sind (weil die älteren Semester bekanntlich überwiegen). Vermutlich wird erneut unter Maskenzwang getagt. Und womöglich – wie bei der Mammutsitzung im Februar – ohne eine einzige Unterbrechung zum Lüften!

Das ist dann fast so wie eine Abi-Klausur, liebe Abiturienten, bei der Ihr in dieser Woche am Start seid.

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