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Ausstellungsdebüt in den Zeitbögen

Erstes Kunstprojekt im Oxford-Quartier eröffnet

Münster-Gievenbeck

Ein toller Tipp für Kunstfreunde: einfach mal zur ehemaligen Oxford-Kaserne gehen. Da gibt es ab sofort spannende „Zeitbögen“ mit spannender Kunst.

Von Margaux de Poortere

Stolz präsentiert das Künstler-Duo Werner Rückemann (l.) und Thomas Gerhards (r.) ihre neue gemeinsame Ausstellung „Situationen ändern sich!“ im neuen Projektraum „Zeitbögen“ am Eingangsportal der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck. Hinter ihnen eines der 34 im „Loop“ laufenden und über einen Beamer projizierten Inszenierungsfotografien von Orten des Militärgeländes.

Seit dieser Woche dürfte Passanten nicht mehr nur die seit Kurzem veränderte Außenfassade der einst zugemauerten und nunmehr verglasten Rundbögen am Eingangsportal des ehemaligen Militärgeländes Oxford Kaserne ins Auge stechen.

Ab sofort lohnt auch ein Blick ins Innere des an der Roxeler Straße gelegenen Arkadenvorbaus, der unter dem Titel „Zeitbögen“ nun als Ausstellungsraum für jeweils temporäre Kunst- und anderweitige Projektarbeiten dient.

Ungewöhnlicher Ort – ungewöhnliche Kunst

„Wir freuen uns sehr, dass dieser herausstechende und dennoch bislang verborgene Vorbau zu einem lebendigen Ort umstrukturiert wurde, wodurch Künstler und andere Ausstellungsinteressierte in den nächsten Jahren die Möglichkeit erhalten, ihre Werke und Projektarbeiten in Gievenbeck in Szene zu setzen. Daher sind wir gespannt, welche kreativen Ideen zur Gestaltung uns in Zukunft noch erreichen werden“, erzählt Christa Ransmann, Projektleiterin der Konvoy GmbH, sichtlich zufrieden über die gelungene Umsetzung des Konzepts.

Die Zeitbögen-Ausstellung wurde in Gievenbeck eröffnet. Foto: Margaux de Poortere

Kaum passender hätte die Einweihung demnach mit einer Kunstausstellung an den Start gehen können, in der die verschiedenen Orte des Oxford-Geländes im Fokus stehen.

„Situationen ändern sich!“ heißt die den Projektraum eröffnende Ausstellung, in der die seit knapp zwölf Jahren zusammenarbeitenden Künstler Thomas Gerhards und Werner Rückemann Betrachter auf ein künstlerisches Spiel zwischen Inszenierung und Realität mit Zeitbezug einladen.

„Für uns stand direkt fest, dass wir uns in der Ausstellung mit Orten der Oxford-Kaserne befassen werden, in der der Faktor ‚Zeit‘ beziehungsweise ‚Veränderung‘ eine entscheidende Rolle spielt. Und darum geht es letztlich auch in unserer Ausstellung, dass Räume, Menschen, Verläufe sich mit der Zeit verändern und sich in diesen Veränderungen wiederum die Zeit spiegelt“, erklärt Thomas Gerhards das Konzept der Ausstellung.

Wie ein roter Faden lässt sich dieser Gedanke demnach in den verschiedenen Teilen der Ausstellung nachvollziehen: sei es in den Momentaufnahmen der insgesamt 34 Fotografien, für die die ehemaligen Küchenräume der Oxford-Kantine Modell standen und sich durch verschiedene Farbilluminationen ungewöhnlich in Szene gesetzt zeigen.

„Die Lichtgestaltung bei diesen Bildern ist entscheidend. Mit den unterschiedlichen Farbeindrücken lässt sich ein gänzlich neuer Raumeindruck gewinnen, obwohl die wenigen Motive auf den Bildern letztlich unverändert bleiben“, so Werner Rückemann.

„Mit den unterschiedlichen Farbeindrücken lässt sich ein gänzlich neuer Raumeindruck gewinnen, obwohl die wenigen Motive auf den Bildern letztlich unverändert bleiben“, erklärt Werner Rückemann. Foto: Margaux de Poortere

Oder aber in einem mit Schriftzügen ausschraffierten Teppich im Vernissage-Raum, wofür ein paar Zahnpastatuben als Schreibmaterial herhalten mussten. Auch hier lässt sich neben der mit der Zeit verändernden Farbintensität und Materialkonsistenz à la Vanitas ebenso eine zeitlose Ebene erkennen.

„Die jeweiligen Begriffe und Phrasen begleiten uns bereits seit Jahren. Doch auch wenn sie aus bestimmten, teils auch privaten Situationen entstanden sind, lassen sie sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen in Beziehung setzen und auf vielfache Weise (um)deuten.“

Veränderungen fließen mit ein

Zwar sind die inszenierten Darstellungen auf den ersten Blick nicht immer klar einzuordnen. Sie alle eint jedoch ein „scheinbarer Widerspruch“, indem sie also den zeitlichen Prozess der Veränderung künstlerisch zum Ausdruck bringen.

Bis zum 28. August kann die Ausstellung noch über die rundbogigen Schaufenster besichtigt werden. Auf Nachfrage kann zudem eine Führung ermöglicht werden.

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