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Theater in der Meerwiese zeigte „Krixlkraxl XXL“

Anarchie der Farben kommt gut an

Münster-Coerde

Und es fing an mit einem einzigen Tropfen schwarzer Farbe: Im Theater an der Meerwiese war am Wochenende die Uraufführung von „Krixlkraxl XXL“ zu sehen – eine künstlerische Abenteuerreise.

Von Maria Conlan

Mit wilden und spontanen Bewegungen erschafft Valentin Schroeteler geheimnisvolle und spannende Farbgebilde Foto: Oliver Berg

Ganz still wurde es, als Schauspieler Valentin Schroeteler die ersten schwarzen Tropfen aufs Papier laufen ließ. Dann ging das wilde Spiel mit schwarzer Farbe, großen weißen Papierbögen und ganzem Körpereinsatz weiter.

„Ein Atelier der Anarchie“ heißt es in der Ankündigung der Abenteuerreise „Krixlkraxl XXL“. Das Stück für Zuschauer ab zwei Jahren feierte am Sonntag im Theater in der Meerwiese seine Uraufführung. Regisseur, Schauspieler und Bildender Künstler Cédric Pintarelli hat zusammen mit Schroeteler diesen „Spielplatz der Kreativität“ entwickelt.

Graue Kleidung, grauer Boden, graue Farbe

Schon zu Beginn sitzt der Schauspieler in grau gekleidet vor dem grau abgeklebten Bühnenboden, neben sich drei graue Farbflaschen, die mit schwarzer Farbe gefüllt sind. Schroeteler erkundigt sich vor Beginn bei Kindern und Erwachsenen nach ihrem Befinden. Er kündigt an, dass im Anschluss an das Stück Zeit bleibt, den Raum zu genießen, und das war es dann auch schon mit seinen Worten.

Per Knopfdruck startet die Musik (auch von Valentin Schroeteler), und ein Tanz beginnt mit drei großen weißen Papierbögen. Das erste Kinderlachen erschallt beim Versteckspiel hinter den Blankobögen. Als der Tanz immer schneller und wilder wird, fängt ein Mädchen an zu weinen, wird aber schnell von seiner Mutter getröstet. Mit großer Spannung läuft der erste große schwarze Farbtropfen übers Blatt.

Mit Bewegungen schafft Schroeteler Farbgebilde: Krokodilgebiss, ein M, schwarzer Regen – so deuten es die kleinen und großen Zuschauer.

Schwarze Farbe läuft das Gesicht herunter

Doch Schroetelers Kreativität hält sich nicht mit Erklärungen auf. Ein Junge fragt dazwischen „Wann geht die Vorstellung los?“ Unbeirrt spielt Schroeteler weiter mit der Farbe auf Papier, Händen, Armen, Kopf, Füßen, seinem ganzen Körper. Schwarze Farbe läuft sein Gesicht herunter.

Eine Mutter im Publikum vermisst bunte Farben und flüstert ihrem Sohn zu: „Das gucken wir uns aber nicht ab.“ Schon ruft ein Kind: „Er hat gekleckert“, und Schroeteler kleckert konzentriert weiter. „Er wird ja ganz dreckig“, beobachtet ein junger Theaterbesucher – ja, so ist das wohl manchmal mit der Anarchie.

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