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Mot-Treff-Kotten feiert 38-Jähriges mit vielen Gästen

Mit der „Gummikuh“ oderder „Klapperski“ gratuliert

Münster-Coerde

Wenn der Mot-Treff-Kotten feiert, dann kommen die Gästen von weit her. Da machte auch das 38-jährige Bestehen des Clubs in Coerde keine Ausnahme. Und es gab einige Anekdoten - etwa über ein leeres Schnapsglas...

Annegret Lingemann

Beste Stimmung beim 38-jährigen Bestehen des Mot-Treff-Kotten e.V. am Coerder Liekweg. Foto: Annegret Lingemann

Sonores Gebrummel von Motoren, blitzender Chrom und glänzendes Metall, viel schwarzes Leder, kräftige Stiefel, Helme in verschiedenen Farben – diese Elemente bestimmten am Sonntag die Szene im Coerder Liekweg. Dort wurde einem Jubilar die Aufwartung gemacht: der Mot-Treff-Kotten e.V. wurde auf den Tag genau 38 Jahre alt.

Als der vormalige Treffpunkt im Jugendzentrum Kinderhaus aufgegeben werden musste, gab die Stadt 1983 grünes Licht für eine Vereinsgründung und ermöglichte 2011 den Kotten zu pachten.

Dorthin waren jetzt Motorradfreunde aus allen Ecken der Region gekommen auf ihren Choppern, Cruisern, Tourern, Racern, Custom Bikes oder Enduros, um die Vereinsgründung mit kleinen Ausfahrten, vor allem aber mit Bratwurst, Pommes und (meist alkoholfreiem) Bier sowie „Benzingesprächen“ ein wenig coronagerecht zu feiern.

Mancher Biker trug ein T-Shirt mit Vereinsemblem und aufgedrucktem Spitznamen. Möppel, Reagan, Brain oder Snoopy – sie alle schienen Teil einer lockeren und gut gelaunten Familie zu sein. In der ist übrigens das jüngste Mitglied von motorradbegeisterter Eltern gerade einmal fünf Jahre alt, das älteste Mitglied 80.

Der Verein zählt rund 250 Mitglieder, von denen circa 50 aktive Fahrer sind. Für sie wird außer Ausfahrten auch regelmäßig ein Sicherheitstraining angeboten.

Neben der Vorsitzenden Victoria van de Loo gibt es noch zwei Frauen im Vorstand. „Toll, dass es für Frauen inzwischen immer selbstverständlicher wird, hier mitzumischen“, findet auch Bikerin Bärbel Prison. „Nur fliegen ist schöner“, sagt sie und ist sich darin mit ihrem Partner Michael Münke einig, der als Zweiradmechaniker seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

„Einmal fahren, immer fahren“, sagt er und trifft damit wahrscheinlich den Nerv der meisten Anwesenden. Und ja: Natürlich haben die Maschinen, die von ihren Besitzern sorgfältig gepflegt werden, auch besondere Namen. „Mopped‘, „Rennsemmel“, „Gummikuh“ oder „Klappersaki“ nennen manche Biker ihr Gefährt liebevoll.

Gäste gab es bei diesem Geburtstag natürlich auch. Wie Biker Jens Brinkmann, der eine Weste mit über 100 aufgenieteten Abzeichen von Motorradclubs („Patches“) trug. Die Bedeutung des kleinen an der Weste angeknoteten Schnapsbecherchens hat er schon manchem kritisch blickendem Polizisten erklärt: „Wenn das Pinneken leer ist, hab ich gute Laune. Wenn es voll ist, ist schlecht, dann regnet es nämlich.“

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