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Arbeitskreis „Älter werden in Coerde“

Noch viele Hindernisse im Stadtteil

Münster-Coerde

Wer hat das nicht schon beobachtet: Zu schmale Gehwege machen ein Fortbewegen im Rollstuhl schwierig. Coerde wurde jetzt auf seine Barrierefreiheit getestet.

Auf Herz und Nieren überprüften Foto: AK Älterwerden

Es ist immer wieder spannend, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Bei dem Stadtteilspaziergang zum Thema Barrierefreiheit, der jetzt in Coerde stattfand, galt es die Perspektive von Menschen mit ganz verschiedenen körperlichen Einschränkungen einzunehmen.

Rund 20 Teilnehmende waren dem Aufruf des Arbeitskreises „Älter werden in Coerde“ gefolgt, den Stadtteil auf Barrieren wie Stolperfallen, fehlende oder schlechte Bordsteinabsenkungen, zu kurze Ampelschaltungen oder ähnliche Gefahrenquellen hin zu beurteilen. Unter den Teilnehmenden waren Menschen aller Altersgenerationen mit und ohne Gehbehinderung, Menschen im Rollstuhl sowie mit dem Fahrrad vertreten.

Vielfältige „Tester“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Münster, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Münster und das Anna-Krückmann-Haus hatten die Aktion gemeinsam organisiert. Auch städtische Vertreter aus dem Stadtplanungsamt und dem Amt für Mobilität und Tiefbau sowie ein Vertreter des Ortsverbands Coerde von Bündnis 90/Die Grünen begleiteten die Touren.

Negativ fielen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern besonders etliche Teilbereiche von Bürgersteigen und Straßen auf, wo sich durch maroden Bodenbelag Stolperfallen und Gefahrenstellen nicht nur für Menschen mit Behinderungen fanden.

Bürgersteige in keinem guten Zustand

„Leider müssen wir auch mehrere Barrieren durch falsch parkende Autos bemängeln, wodurch Bordsteinabsenkungen zugeparkt wurden und es so keine Möglichkeit mehr für Menschen im Rollstuhl gab, die Straße zu queren“, so Isabel Müller vom DRK.

An vielen Stellen wünschten sich die Bürger mehr Bänke zum Ausruhen und Verweilen. Hierzu wäre zum Beispiel auf weitgehend ungenutzten Grünflächen von privaten Wohnungsbaugesellschaften ausreichend Platz. Besonders problematisch erwies sich der Umstand, dass es keine behindertengerechten Toiletten im Stadtteil gibt, die auch für Menschen mit großen Rollstühlen nutzbar wären.

Aber auch Positives wurde vermerkt. Etwa die moderne Bushaltestelle an der Elbinger Straße, die eine Sprachfunktion mit Ansage der Busverbindungen für Menschen mit Sehbehinderung vorwies. Beim abschließenden Kaffeetrinken vor dem Bürgertreff „Coerde Mittendrin“ äußerten alle Teilnehmenden Zufriedenheit mit der Aktion.

Ergebnisse gehen direkt an die Stadt

Die Ergebnisse werden nun dokumentiert und an die Stadt weitergegeben. Gemeinsam sollen die Kritikpunkte unter die Lupe genommen und an einer möglichen Verbesserung gearbeitet werden. Der Arbeitskreis ist gespannt auf die nächsten Schritte. Der Auftakt ist jedenfalls gelungen, so das allgemeine Feedback.

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