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Thomas Philipzen im Kulturforum Nienberge

Ein Kabarettist belehrt nicht

Münster-Nienberge

Humor in Krisenzeiten ist alles andere als einfach. Wie der bekannte Kabarettist Thomas Philipzen die Lage einschätzt, vor und auf der Bühne, erfuhr das Publikum jetzt beim Talk im Turm des Kulturforums Nienberge.

Benjamin Kreckel, Kuratoriumsmitglied des Kulturforums Nienberge, unterhielt sich mit Kabarettist Thomas Philipzen Foto: Ligas-Zumnorde

Ist der oft zitierte Wendepunkt“ in Politik und Gesellschaft – auch ein „Wendepunkt“ für den Humor? Über diese und andere Fragen unterhielt sich Benjamin Kreckel, Kuratoriumsmitglied des Kulturforums Nienberge, mit Thomas Philipzen, Solokünstler, Moderator, Comedian und Kabarettist – seit 2005 sehr erfolgreich mit dem Trio Storno unterwegs.

Kreckel und Philipzen ermunterten das Publikum von vornherein Fragen zu stellen, und so wurde aus der Veranstaltung ein echter Talk im Forum. „Wie hat sich deine Arbeit in den letzten Jahren gewandelt?“, wollte Kreckel vom Kabarettisten Philipzen wissen. Dieser erklärte, dass die politische Landschaft früher weniger komplex war. „Die politischen Rollen sind klar vergeben.“

Heute sei die Nachrichtenlage eine andere. Nicht nur Social Media habe die Informationsbeschaffung verändert, indem Nachrichten erst einmal auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden müssen, auch die Geschwindigkeit sei eine andere, so Philipzen.

Kabarettisten als Experten?

Die Wahrnehmung der Kabarettisten sei heute anders als früher: ist das noch eine Kunstform oder lustiger Journalismus? Philipzen berichtete, dass immer häufiger Kabarettisten als Experten wahrgenommen werden und teilweise auch in Talkshows auftreten. Eine Entwicklung, die er kritisch sieht. „Die Aufgabe eines Kabarettisten ist es nicht die Leute zu belehren.“

Thomas Philipzen hatte verschiedene Anekdoten im Gepäck, wie das Kabarett die Leute über Umwege zum Nachdenken anregt.

Besuchsappell für Kunst und Kultur

Auch die prekäre Lage der Kunst und Kultur unter der Pandemie wurde erörtert. Thomas Philipzen forderte das Publikum auf: „Geht wieder zu Kunst und Kultur – geht wieder in die Theater.“

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