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Vortrag des Gartenbauvereins Wolbeck

Englische Natur-Gelassenheit

Münster-Wolbeck

Was machen die Engländer im Garten anders? Offenbar eine ganze Menge: Hubertus Albersmeier berichtete für den Gartenbauverein Wolbeck über die englischen Gepflogenheiten.

Von Helga Kretzschmar

Hubertus Albersmeier stellte sein neuestes Buch vor. Die Vorsitzende Arntrud Müller bedankte sich im Namen der Zuhörer. Foto: hk

Sich eine Stunde lang „wegträumen“ in fremde Gartenwelten: Darauf freute sich eine Zuhörerin schon bei der Anmeldung für den Vortrag des Gartenbauvereins Wolbeck. Hubertus Albersmeier beantwortete in der Christuskirche die Frage: „Was machen die Engländer anders?“

Und sie machen einiges anders als die Deutschen. Sie sind lässiger im Umgang mit den Pflanzen. Sie lassen die Pflanzen auch einmal wachsen. Zumindest dort, wo es hinpasst. Im Nebeneinander mit gepflegtem englischem Rasen wirken hochgewachsene Sträucher besonders apart. Das machte Referent Albersmeier aus Lippetal unter anderem am Beispiel des Buchsbaums deutlich, der durchaus in die Höhe wachsen darf, um dann vielleicht später einen ungewöhnlichen Formschnitt zu erhalten.

Erhalten statt absägen

Ebenso gingen die Engländer mit der Generationenfolge anders um. Sie sind behutsamer bei der Erhaltung von Pflanzen, die sie bewahren möchten – während die Deutschen, wenn sie einen Garten übernommen haben, gleich zur Säge greifen. So gebe es uralte Spalierbäume, die hierzulande nicht überleben würden.

Einen unbestrittenen Vorteil haben die Engländer gegenüber den Kontinentaleuropäern – wobei die Niederländer und Belgier als Kolonialmächte bis in die 1960er-Jahre hinein eine Ausnahme bilden: Sie haben, bedingt durch die ausgedehnten Reisen, ein riesiges Samenkontingent erschaffen können. So entstanden ganze Pflanzensammlungen, die zum Erhalt alter Sorten beitragen. Die Experimentierfreudigkeit ist bei der Bepflanzung von Vorteil.

Ein weiteres Phänomen: Auch Besitzer großer Gärten scheuen sich nicht, in Arbeitskleidung in Erscheinung zu treten. Sie lassen auch mal das Gras in den Fugen wachsen. Der Natur den Vorrang zu geben, sei auch Teil der englischen Gelassenheit.

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