1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Stadtteile
  6. >
  7. Flüchtende Menschen und EU-Bürokratie

  8. >

Ausstellung im La Vie

Flüchtende Menschen und EU-Bürokratie

Münster-Gievenbeck

Die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten arbeiten seit Jahren darauf hin, denZugang zum Recht auf Asyl, insbesondere an den EU-Außengrenzen, faktisch abzuschaffen. Dieses bittere Fazit musste 2021 gezogen werden. Genau in dem Jahr, in dem die Genfer Flüchtlingskonvention 70 Jahre alt wird. Zu dem Thema gibt es jetzt in Gievenbeck eine aufschlussreiche Ausstellung.

Von Margaux de Poortere

Peter Wolfgarten, stellvertretender Bezirksbürgermeister, und Maria Ausstellungsplakate

Hochaktuell ist das Thema der neuen Ausstellung im La Vie: „Grenzerfahrungen – Wie Deutschland gegen Schutzsuchende aufrüstet“ wurde jetzt von den Initiatoren der internationalen katholischen Friedensbewegung ‚pax christi Münster‘ und der Initiative ‚Münster Stadt der Zuflucht‘ eröffnet.

Problematik vielen gar nicht bekannt

Bereits letztes Jahr wurde die Ausstellung zum 70. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention als erstes Gemeinschaftsprojekt dieser Art von PRO ASYL, der EAK und pax christi ins Leben gerufen und an verschiedenen Städten Deutschlands präsentiert.

Nun soll sie nun auch in Gievenbeck auf die Problematik der EU-Grenzsicherung aufmerksam machen: „Ziel ist es, auf diese Weise offenzulegen, wie Menschen- und Völkerrechte mit Blick auf die Flüchtlingsabwehr an den EU-Außengrenzen derzeit missachtet werden und welch eklatant katastrophalen Folgen damit für Schutzsuchende einhergehen. Darüber möchten wir hiermit nun auch mit den Bürgern in einen Dialog treten“, so Maria Buchwitz von pax christi sichtlich zufrieden mit dieser Ausstellung nun auch in Münster ein deutliches Zeichen zu setzen.

Integration vor der Haustür leben

Dass nicht nur das La Vie als ein „belebter Treffpunkt“, sondern die Stadt insgesamt einen besonderen Ort für die Ausstellung darstellt, dem stimmt auch Peter Wolfgarten, stellvertretender Bezirksbürgermeister für Münster West, zu: „Fast jeder vierte Münsteraner hat einen Geburtsort, der außerhalb von Deutschland liegt. V

Die Ausstellung "Grenzerfahrung" zeigt das La Vie in Gievenbeck Foto: Margaux de Poortere

iele davon mit einem Flüchtlingshintergrund, sodass zu diesem Thema, das mit Blick auf die Ukraine-Situation derzeit ohnehin hoch aktuell ist, nun gerade auch viele Münsteraner etwa zu sagen haben.“

Anreiz zum Dialog bietet die Ausstellung dabei nicht ganz schonungslos, führen schließlich die insgesamt 16 Plakattafeln die tragischen und gewaltvollen Folgen der Abschottungspolitik den Besuchern anhand von Bildern und Flüchtlingsgeschichten eindrücklich vor Augen. Umso dringlicher erscheint einem danach eine schnellstmögliche Änderung, die mit dieser Ausstellung deutlich an Nachdruck gewinnt.

Bis 28. Juni in Gievenbeck geöffnet

Besucht werden kann die Ausstellung noch bis zum 28. Juni zu den normalen Öffnungszeiten im La Vie. Ab dem 12. August geht es dann nach Gremmendorf zur Ida-Kirche, dem nächsten der insgesamt sechs Standorte in Münster.

Startseite
ANZEIGE